Dossier

Menschen_August 2020


1 Christoph Kohlbecker ist tot

Der legendäre Architekt erlebt nun die Fertigstellung eines wegweisenden Neubaus nicht mehr mit

Foto: Kohlbecker Gesamtplan

Gaggenau. Der Architekt Christoph Kohlbecker ist am Alter von 85 Jahren gestorben. 1959 gegründete er zusammen mit seinem Vater Karl in Gaggenau das Büro Kohlbecker Gesamtplan – ab dieser Zeit wurde das Büro zu einem wichtigen Wegbereiter der Industriearchitektur in Deutschland. Einer der Hauptkunden war der Daimler-Konzern, aber auch andere Autohersteller wie Audi, BMW und Land Rover setzten auf die Expertise von Kohlberger. Bei der Planung von Produktionsanlagen gilt Kohlbecker, der lange Jahre Honorarprofessor an der Uni Karlsruhe war, als Legende.

Besondere Aufmerksamkeit bekam er für die Planung und Ausführung des gemeinsam mit dem Architekten Renzo Piano entworfenen Potsdamer Platzes in Berlin. Aber auch die Planung der Anlagen für die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi blieb in Erinnerung.

Bereits im Jahr 2007 übergab Kohlbecker die operative Verantwortung für das Büro mit drei Standorten und 190 Mitarbeitern an seine Söhne Matthias und Florian. Allerdings blieb der Senior intern und extern ein gefragter Ratgeber.

Die Fertigstellung eines besonderen Projektes erlebt Christoph Kohlbecker nun nicht mehr: Die Gesamtplan ist maßgeblich an der Planung des neuen Tesla-Werks bei Berlin beteiligt – dessen Dynamik in der Realisierung gerade für Diskussionen sorgt.

2 Miro-Chef Ralf Schairer geht von Bord

Die Karlsruher Raffinerie braucht einen neuen Chef

Foto: oh

Karlsruhe. Die Mineralölraffinerie Oberrhein (Miro) muss sich einen neuen Chef suchen. CEO Ralf Schairer wird das Unternehmen verlassen. Dies sei sein eigener Wunsch, heißt es in einer Mitteilung. Schairer werde eine neue Herausforderung annehmen. Wer sein Nachfolger wird, ist noch offen.

Schairer wird nur noch wenige Tage als technischer Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung agieren. Danach übernimmt vorerst Markus Scheib, kaufmännischer Leiter der Miro, die alleinige Geschäftsführung.

Schairer war fünf Jahre lang Chef der Raffinerie im Karlsruher Rheinhafen. Wie das Unternehmen mitteilt, wird er in den Mittleren Osten wechseln und dort eine neue Aufgabe antreten.

Die Miro ist eines der größten Industrieunternehmen Nordbadens. Sie zählt 1000 Mitarbeiter. An der Raffinerie sind die Ölkonzerne Esso, Shell, Rosneft und der niederländische Mischkonzern Phillips beteiligt.

3 Neuer Vorstand bei MVV-Tochter Juwi

Stephan Küßner übernimmt das Finanzressort

Foto: oh

Mannheim. Stephan Küßner ist neuer Finanzvorstand beim Energieunternehmen Juwi, einer Tochter des Mannheimer Energiekonzerns MVV. Der 46-jährige Volkswirt übernimmt damit die Nachfolge von Dagmar Rehm, die das Unternehmen verlässt. Sie gehörte seit Januar 2017 dem Vorstand des Projektentwicklers für erneuerbare Energien an. 

Küßner ist seit 2008 für die Juwi-Muttergesellschaft MVV Energie in Mannheim tätig. Hier verantwortet er seit 2015 als Leiter der Stabsabteilung „Projektentwicklung erneuerbare Energien“ diesen zentralen strategischen Baustein für die gesamte MVV-Gruppe, nachdem er zuvor in Funktionen im Strategiebereich des Konzerns breite betriebs- und energiewirtschaftliche Erfahrungen gesammelt hatte.

Juwi wurde 1996 in Rheinland-Pfalz gegründet und hat heute seinen Firmensitz in Wörrstadt bei Mainz. Seit Ende 2014 gehört das Unternehmen zum MVV-Konzern. Weltweit beschäftigt Juwi 850 Mitarbeiter.

4 Neuer Chef bei der Motorpresse

Wolfgang Melcher rückt beim Stuttgarter Verlag auf

Foto: oh

Stuttgart. Wolfgang Melcher, 50, wird zum Gescha?ftsfu?hrer der Motor Presse berufen. Seit 2013 war er als Publisher fu?r das Medienhaus ta?tig.

Der Absolvent der Deutschen Journalistenschule war zuvor unter anderem acht Jahre lang Chefredakteur von Men's Health, einem Heft aus dem Verlag. Nach einem Medienmanagement-Studium an der Hamburg Media School hat er als Publisher den crossmedialen Markenausbau bei Motor Presse entscheidend vorangetrieben, innovative Produkte eingefu?hrt und neue Gescha?ftsmodelle etabliert.

„Wir freuen uns, dass wir Wolfgang Melcher als neuen Gescha?ftsfu?hrer gewinnen konnten, der bei uns so fest verankert ist und bereits in den vergangenen Jahren seine große kreative Leidenschaft fu?r journalistische Produkte mit strategischem Denken und Gescha?ftssinn im besten Sinne des Wortes verbinden konnte“, sagt Andreas Geiger, Gescha?ftsfu?hrer der Motor Presse Stuttgart. „Angesichts der großen Herausforderungen, vor denen alle Medienmarken als Folge der Corona-Krise stehen, ist sein Know-how fu?r unser Medienhaus ein entscheidender Vorteil.“

Melcher u?bernimmt die Gescha?ftsfu?hrung der Motor Presse gemeinsam mit Andreas Geiger, der das Unternehmen bereits seit Oktober 2019 fu?hrt.

5 Marlene Rühle ist tot

Die Unternehmerin aus dem Schwarzwald wurde 81 Jahre alt

Foto: Jigal Fichtner

Grafenhausen. Die Unternehmerin Marlene Rühle ist tot. Sie wurde 81 Jahre alt.

Marlene Rühle hat gemeinsam mit ihrem Mann den Maschinenbauer Rühle aus Grafenhausen im Schwarzwald gegründet. Die Firma stellt Maschinen zur Fleischverarbeitung her. Marlene Rühle selbst hatte das Unternehmen mit gegründet und viele Jahre als Geschäftsführerin geleitet.

Willy Rühle hatte das Unternehmen 1961 gemeinsam mit seiner Frau gegründet und mit seinen Erfindung die Fleischbranche verändert. Nach seinem Tod 1991 hat seine Frau das Unternehmen lange geführt.

Daneben war sie auch in zahlreichen Organisationen ihrer Heimat engagiert.

6 Veränderung im Bosch-Management

Jan Brockmann übernimmt die Leitung der Thermotechnik-Sparte

Foto: oh

Stuttgart. Jan Brockmann wird zum 1. November neuer Leiter des Geschäftsbereichs Thermotechnik bei Bosch. Die Sparte erlöst mit ihren rund 14.500 Mitarbeitern einen Umsatz von zuletzt 3,6 Milliarden Euro.

Brockmann ist derzeit Chief Operations and Technology Officer der AB Electrolux, Stockholm, Schweden. Er folgt auf Uwe Glock, der zum Jahreswechsel dann in den Aufsichtsrat der Bosch Thermotechnik wechseln und weiterhin als Präsident des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) aktiv sein wird.

„Wir gewinnen mit Jan Brockmann einen international erfahrenen Manager mit ausgewiesenem Technologie- und Branchenwissen“, sagt Bosch-Konzerngeschäftsführer Christian Fischer. „Ich freue mich sehr über seinen Wechsel zu Bosch. Er wird unsere Strategie bei Systemen und Lösungen für Defossilierung und Digitalisierung im Gebäudebereich voranbringen.“


7 Paukenschlag bei PWO

Konzernchef Volker Simon geht – das ist sein Nachfolger

Foto:

Oberkirch. Es ist eine Überraschung: Volker Simon verlässt PWO. Der bisherige Vorstandschef des Oberkircher Autozulieferers nimmt Anfang September seine Hut. „Aus persönlichen Gründen“, wie der Konzern mitteilt.

Ein Nachfolger ist bereits gefunden: Carlo Lazzarini (Foto), bisher Mitglied der Geschäftsführung bei der BPW-Gruppe aus Wiehl, übernimmt dann den Vorstandsvorsitz. Er kommt zum 1. September zu PWO. Simon wird den Konzern am 4. verlassen, ab dem 5. ist dann Lazzarini Konzernchef.

Der Abgang Simons kommt für Außenstehende überraschend. Er habe dem Konzern mitgeteilt, dass er seinen Mitte 2022 auslaufenden Vertrag nicht verlängern werden, heißt es in einer Mitteilung des börsennotierten Konzerns. Daraufhin habe der Aufsichtsrat beschlossen, sich schon früher von Simon zu trennen. Dass mit Lazzarini nun aus dem Stand ein Nachfolger präsentiert wird, spricht dafür, dass der Abgang den Konzern nicht gänzlich unvorbereitet trifft.

Auch Finanzvorstand Bernd Bartmann wird das Unternehmen verlassen. Dies war jedoch so geplant. Bartmann geht zum Jahresende in den Ruhestand. Neue Finanzchefin von PWO wird dann Cornelia Ballwießer. Sie ist aktuell Geschäftsführerin beim Autozulieferer Hirschmann Car Communication in Neckartenzlingen.

8 Soft Project holt Ganzemüller

Er rückt in die Geschäftsführung des Ettlinger Digitalisierungsspezialisten

Foto: oh

Ettlingen. Ralph Ganzenmüller wechselt von HDI Global in die Geschäftsführung des Ettlinger IT-Unternehmens Soft Project. Bislang war er bei HDI für Vertrieb und Marketing zuständig. Bei Soft Project soll er die Weiterentwicklung der Organisation und die Erschließung neuer Märkte voranbringen.

Ulrich Mehlhaus wechselt von der Geschäftsführung in den neu geründeten Beirat. Die Geschäftsführung von Soft Project setzt sich somit aus dem Gründer Dirk Detmer sowie den drei weiteren Geschäftsführern Joachim Beese, Ralph Ganzenmüller und Oliver Kölmel zusammen.


Soft Project wurde im Jahr 2000 gegründet. Das Unternehmen digitalisiert und automatisiert Geschäftsprozesse. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Ettlingen und weitere Niederlassungen in Spanien und der Slowakei. Das Unternehmen zählt gut 100 Mitarbeiter.

9 Werner Stauß ist tot

Der langjährige Chef der Kreissparkasse Böblingen wurde 89 Jahre alt

Foto: oh

Böblingen. Die Kreissparkasse Böblingen trauert um ihren ehemaligen, langjährigen Vorstandsvorsitzenden Werner Stauß. Er verstarb Mitte August im Alter von 89 Jahren. „Mit Werner Stauß verlieren wir eine engagierte, vorausschauende und geschätzte Führungspersönlichkeit, der wir viel zu verdanken haben“, sagt Detlef Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Böblingen.

Stauß wurde 1969 Vorstandsmitglied und drei Jahre später dessen Vorsitzender. Er prägte mit seinen Entscheidungen eine dynamische Phase des Wachstums und baute die Kreissparkasse zu ihrer heutigen Größe und Rolle in der Region auf. Dazu zählte auch die gelungene Fusion der Kreissparkasse Böblingen mit der damals noch selbständigen Kreissparkasse Leonberg im Zuge der Kreisreform.

„Er war ein Unternehmenslenker mit Weitblick, hoher fachlicher Kompetenz und ausgeprägter Leidenschaft für die Kunden, die Sparkasse und den Kreis“, so Landrat Roland Bernhard, Verwaltungsratsvorsitzender der Kreissparkasse Böblingen.

25 Jahre lang führte Stauß das Institut mit großem Erfolg bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1994. Auch nach seinem Ausscheiden war er der Kreissparkasse stets eng verbunden.

10 Fiducia holt neuen Digitalvorstand

Ulrich Coenen kommt von der Commerzbank

Foto: oh

Karlsruhe. Das IT-Unternehmen Fiducia erweitert seinen Vorstand. Ulrich Coenen wird künftig das Ressort Portfolio- und Verbundstrategie, Vertriebsbank und digitale Lösungen verantworten.

Der gelernte Diplom-Ökonom und Digital-Experte verantwortete zuvor unter anderem als Mitglied der Geschäftsleitung von E-Plus, als unabhängiger Strategie- und Technologieberater und zuletzt als Bereichsvorstand der Commerzbank erfolgreich zahlreiche Projekte zur digitalen Transformation. Im Fokus seiner Arbeit steht die Ausgestaltung neuer digitaler Geschäftsmodelle und innovativer IT-Lösungen für Banken. 

Neben Coenen gehöre noch Vorstandssprecher Martin Beyer, IT-Chefin Birgit Frohnhoff und der Personalchef Jörg Staff zum Vorstand des IT-Dienstleisters der Genossenschaftsbanken in Deutschland.

11 BAM mit neuer Doppelspitze

Zwei neue Manager sollen den Baudienstleister führen

Foto: oh

Stuttgart. Der niederländische Baudienstleister BAM stellt seine deutsche Tochter neu auf. Zum 1. Oktober rückt Daniel Häußermann in den Vorstand des Unternehmens mit Sitz in Stuttgart. Er tritt dort die Nachfolge von Jan Wierenga an. Der bisherige Deutschlandchef rückt in den Konzern auf. Häußermann war zuletzt für den Immobilienkonzern Apleona tätig. 

Bereits zum 1. September kommt Johannes Koenen vom Ingenieurunternehmen Bilfinger und wird Finanzchef von BAM, ebenfalls auf Vorstandsebene. Koenen ist derzeit CFO von Bilfinger Infrastructure. Er übernimmt den Posten von Wil de Kort, der den Posten übergangsweise inne hatte und nun ebenfalls zum Mutterkonzern in die Niederlande zurückkehrt.

„Wir sind überzeugt, das der Vorstand von BAM Deutschland mit der Ernennung von Daniel Häußermann und Johannes Koenen bestens aufgestellt ist“, sagt Konzernchef Frans den Houter.

Das Foto zeigt Daniel Häußermann (l.) und Johannes Koenen.

12 Theum holt Reed in den Vorstand

Der US-Amerikaner soll die Produkte des IT-Unternehmen voran bringen

Foto: oh

Ostfildern. Das IT-Unternehmen Theum hat Richard Reed in den Vorstand geholt. Bereits Anfang Juli fiel die Entscheidung im Aufsichtsrat. Allerdings wurde sie erst jetzt kommuniziert.

Der 57-jährige US-Amerikaner ist bereits seit fünf Jahren für Theum tätig und war zuletzt für Forschung und Entwicklung zuständig. Als Vorstand soll er die Weiterentwicklung des Produktes vor allem durch die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz voran treiben.

Auf diesem Sektor kennt Reed sich gut aus. Er hat seinen Universitätsabschluss mit Schwerpunkt Computer Science und Artificial Intelligence in New York City erworben. Mehr als 25 Jahre lang war er als Berater und Unternehmer tätig – in den USA und in Deutschland. In dieser Zeit hat er zahlreiche amerikanische sowie europäische Firmen bei der Realisierung von IT-Projekten unterstützen, speziell auch mit Anwendungen zur künstlichen Intelligenz.

13 Hörmann Gruppe mit neuem Vertriebschef

Sahip Isikcevahir verantwortet bei der Tochter MAT Maschinentechnik unter anderem die Erschließung globaler Geschäftsfelder

Foto: privat

Sahip Isikcevahir verantwortet als International Sales Director bei der MAT Maschinentechnik der Hörmann Gruppe die Erschließung globaler Absatzpotenziale und neuer Geschäftsfelder. Zudem treibt der Diplom-Volkswirt die Internationalisierung in Schlüsselmärkten von Nahrungsmitteln und Verpackungsherstellung bis zur Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigungs- und Automobilindustrie voran.

Die MAT Maschinentechnik ist auf industrielle Dienstleistungen rund um den Maschinenpark spezialisiert. Die Hörmann Gruppe wurde 1976 gegründet und vereint verschiedene Leistungen von der Automation bis zum Stahl- und Metallbau. Isikcevahir war zuvor bei der Chinde Technologies Group sowie der KSL Automation Systems. Dort zeichnete er als Chief Sales Manager für die globale Vertriebsleitung verantwortlich und betreute insbesondere namhafte Kunden aus der weltweiten Leiterplattenindustrie sowie internationale Großbäckereien.

Zuvor leitete er als Business Development Manager (Asia-Pacific) erfolgreich die weltweite Geschäftsentwicklung für den größten türkischen OEM Hersteller von Filterelementen für die Automobilindustrie, i.e. Fil Filter. Parallel zu seinem Engagement bei MAT verantwortet Isikcevahir, der sieben Sprachen spricht, weltweite Distributionsmandate im Bereich erneuerbarer Energien und eMobility für Firmen wie Luv-Side und City-Blitz.

14 Geburtskind mit starker Meinung

Der "Dübel-König" Klaus Fischer feiert einen runden Geburtstag – und formuliert eine Warnung

Foto: oh

Klaus Fischer hat seinen 70. Geburtstag gefeiert und steht zugleich seit 40 Jahren an der Verantwortung für die gleichnamige Gruppe: Mit 25 Jahren kam er in das Unternehmens seines Vaters, der legendären "Erfinder-Hebamme" Artur Fischer, ab 1980 übernahm er das Ruder. Aus dem damals noch kleinen Werk ist heute eine Gruppe mit unterschiedlichsten Produkten vom Dübel über Zubehör für Fahrzeuge sowie Spielzeug bis zu Beratungsleistungen entstanden, die rund 887 Millionen Euro umsetzt.

Zwar leitet mit Marc-Sven Mengis ein externer Geschäftsführer das Tagesgeschäft, dennoch ist Fischer weiter täglich im Unternehmen – auch an seinem Geburtstag war er am Vormittag in der Firma, am Nachmittag gab es dann eine Feier im Familienkreis.

Der 70-Jährige widmet sich heute verstärkt den Zukunftsthemen und formuliert klar seine Meinung: "China überholt uns links und rechts", sagte im Rahmen eines Interviews mit der Agentur DPA. Wobei ihn vor allem das Thema Digitalisierung umtreibt: "Es gibt viele Staaten, auch kleinere, die wesentlich weiter sind als wir. Deutschland ist weit hintendran. Wenn wir so weitermachen, werden wir in einigen Jahren die ganz großen Verlierer sein. Wir müssen in Aus- und Weiterbildung und in Forschung viel mehr Geld investieren und vor allem innovative Ideen für die Zukunft haben."

15 Inter stellt Vorstand neu auf

Sven Koryciorz kommt von der Württembergischen

Foto: oh

Mannheim. Der Versicherungskonzern Inter stellt sich an der Spitze neu auf. Zum 1. September kommt Sven Koryciorz als neuer Vorstand zu der Versicherungsgruppe. Er war bisher für verschiedene Versicherungsunternehmen tätig, etwa für die Karlsruher Versicherung und die Württembergische. Bei der Karlsruher war er zehn Jahre im Vorstand, ehe diese 2019 mit der Württembergischen verschmolzen wurde.

Bei Inter übernimmt Koryciorz die Veratwortung für die Bereiche Mathematik, Rechnungswesen, Inkasso, Rückversicherung, Controling und Risikomanagement. Koryciorz ist 46 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Söhnen.

Zum Vorstand von Inter gehören weiterhin auch Michael Solf, Michael Schillinger und Roberto Svenda an. Der Inter-Konzern verbuchte zuletzt Beitragszahlungen von 881 Millionen Euro und erlöste zuletzt einen Gewinn von 27,6 Millionen Euro.

16 Schöler folgt auf Schöler

Der Spezialist für Fördertechnik hat eine neue Vorsitzende des Aufsichtsrates – und die hat einiges vor. Parallel gibt es eine weitere Personalie

Foto: Schöler Fördertechnik AG

Der Aufsichtsrat der Schöler Fördertechnik hat laut einer Mitteilung eine neue Vorsitzende: 24 Jahre nach Gründung der AG ist Dieter Schöler Ende Juli als Aufsichtsratsvorsitzender zurückgetreten und hat die Position freigemacht für seine Tochter, die von den Mitgliedern zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde. "Ich möchte den Aufsichtsrat weiterhin im Sinne meines Vaters führen: konstruktiv und erfolgsorientiert", so Andrea Schöler-Babic.

Wobei die neue Vorsitzende gleich einige Pflöcke einrammt: Der soll Aufsichtsrat künftig auch unter dem Jahr sein Wissen und seine Erfahrung mit einbringen und bei strategischen Impulsen unterstützen. Außerdem ist geplant, den Aufsichtsrat innerhalb der nächsten zwei Jahre um zwei Mitglieder zu erweitern und die Ressorts Vertrieb und Finanzen sowie die Logistikbranche mit einzubeziehen.

Im Hinblick auf den bevorstehenden Wechsel des Vorstandes Hans Eisenhauer in den Aufsichtsrat wird zudem die Geschäftsführung neu ausgerichtet. Aus den zwei Bereichen Verkauf und Kundendienst soll eine noch stärker kundenorientierte Einheit werden, deren strategische Ausrichtung Vertrieb lautet. "Der Erfolg bleibt unser Ziel, der Weg dorthin wird moderner", so Schöler-Babic.

"Wir freuen uns sehr, dass das Unternehmen auch in zweiter Generation von der Familie begleitet wird", sagt Ulrich Kurz, Vorstand Vertrieb & Marketing und Sprecher des Vorstandes. Er wurde zur Hauptversammlung um weitere fünf Jahre in seiner Position bestätigt: "Unser Unternehmen wird sich in den nächsten Jahren weiter verändern und umso schöner ist es, dass mit der Familie eine Konstante bleibt, die das Unternehmen auszeichnet."

Die Schöler Fördertechnik AG ist seit 1966 süddeutscher Vertragshändler der Linde Material Handling und Logistikdienstleister mit den Schwerpunkten Vertrieb, Miete und Service von Flurförderfahrzeugen sowie der Beratung im Bereich des Materialflusses. Die Schöler Fördertechnik hat den Sitz in Rheinfelden , weitere Niederlassungen befinden sich in Achern, Zimmern ob Rottweil, Stuttgart, Ulm, Singen  und Bad Waldsee. Schöler unterhält ein Servicenetz von über 200 zertifizierten Kundendiensttechnikern. 2015 wurden die Geschäftsfelder um die Bereiche der automatisierten Reinigungstechnik, der Energielösungen im Bereich der Lithium-Ionentechnologie und neuen System- und Sicherheitslösungen in der Intralogistik erweitert.

17 Inter-Connect mit Doppelspitze

Gründer Gert Rudolph hat sich einen Partner an die Seite geholt

Foto: oh

Das System- und Softwarehaus Inter-Connect wird von einer Doppelspitze geführt: Gründer und Geschäftsführer Gert Rudolph lenkt nun zusammen mit seinem Sohn Ben die Geschicke des Unternehmens. Der 37-Jährige arbeitet seit 2014 bei den Karlsruhern mit, hat zuletzt den Vertrieb und das Marketing der Intelli-Online-Produktfamilie verantwortet.

Zuvor arbeitete der Wirtschaftsingenieur Ben Rudolph beim Homöopathie-Primus DHU sowie Schüßler-Salze.

Inter-Connect wurde 1989 gegründet und betreut heute branchenübergreifend mittelständische Unternehmen bei IT-Fragen und -Projekten vor allem in den Bereichen Sicherheit, Infrastruktur, Service und Softwareentwicklung. Mit einer Verwaltungssoftware für Sportverbände sind die Karlsruher Marktführer in Deutschland.

18 Angela Migliazza steigt auf

Die Fußballerin erhält bei ihrem Arbeitgeber Prokura

Foto: Volksbank in der Ortenau

Angela Migliazza – im Bild mit Vorstandschef Markus Dauber – wurden von Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank in der Ortenau Prokura erteilt. Das teilte die Volksbank mit. Migliazza ist Leiterin Vertriebsinnendienst und Abrechnung im Geschäftsfeld Zahlungsysteme. Bereits seit 2019 hat sie zudem Prokura bei der Volksbank-Tochter First Cash Solution.

Migliazza arbeitet bereist seit 17 Jahren bei der Volksbank, hat dort auch die Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert. Seit 21 Jahren spielt sie zudem Fußball beim SC Sand – und den Verein 2014 in die Fußball-Bundesliga geführt.

19 Jobrad erweitert die Geschäftsführung

Der Leasingspezialist aus Freiburg stellt sich an der Spitze neu auf

Foto: oh

Freiburg. Der Leasingspezialist Jobrad hat seine Geschäftsführung erweitert. Gleichzeitig zieht Firmengründer Ulrich Prediger sich aus dem operativen Tagesgeschäft zurück.

Seit Anfang August hat Jobrad zwei neue Geschäftsführer: Andrea Kurz und Matthias Wegner rücken an die Spitze des Unternehmens, wo auch Predigers langjähriger Geschäftspartner Holger Tumat (Foto) verbleibt. Er war schon zuvor Geschäftsführer.

Andreas Kurz kam vor einem Jahr zu Jobrad und war bisher Personalleiterin. Matthias Wegner ist seit drei Jahren bei Jobrad und war bislang für die Organisationsentwicklung zuständig. Fünfter Mann im Führungsquartett ist Roland Potthast ist Geschäftsführer der Jobrad Leasing GmbH.

Ulrich Prediger verlässt die Geschäftsführung der operativen Jobrad GmbH. Er bleibt Geschäftsführer der Holding und wird sich künftig um die Strategie und Lobbyarbeit kümmern.

20 Kienzlen bleibt an der Spitze

Der promovierte Wasserstoffenergietechniker wurde für weitere fünf Jahre als Geschäftsführer bestellt

Foto: KEA-BW

Bereits seit Januar 2006 steht Volker Kienzlen an der Spitze der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW). Nun wurde er für weitere fünf Jahre als Geschäftsführer bestellt.

"Vorgenommen habe ich mir, mit meinen mehr als 40 Kolleginnen und Kollegen die Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien überall im Land weiter zügig voranzutreiben. Am wichtigsten ist mir, noch viel mehr Kommunen von der Bedeutung von wirksamem Klimaschutz zu überzeugen", so Kienzlen.

Gegründet wurde die Klimaschutz- und Energieagentur des Landes 1994, damals noch als "KEA". Mehr als 1000 Projekte wurden inzwischen auf den Weg gebracht, die Mehrzahl davon unter Kienzlens Federführung. Im Jahr 2016 wertete die Landesregierung die KEA-BW in eine hundertprozentige Landestochter auf.

Kienzlen hat in Stuttgart und Boulder (Colorado, USA) allgemeinen Maschinenbau mit Schwerpunkt Technologien zur Energieeinsparung studiert. Anschließend promovierte er am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Bereich Wasserstoffenergietechnik.

21 Neuer Verkaufschef bei Breuninger

Bejamin Fuest tritt die Nachfolge von Uwe Hildebrand an

Foto: Jessica Maiwald-Kassner

Stuttgart. Die Modehaus-Kette Breuninger stellt sich an der Spitze neu auf. Uwe Hildebrand geht nach fast 30 Jahren im Dienste des Stuttgarter Modehändlers in den Ruhestand. Er war in dieser Zeit auch als Leiter einzelner Häuser tätig, etwa in Karlsruhe und Freiburg. Seit acht Jahren gehört er zur Unternehmensleitung.

Sein Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen. Benjamin Fuest, 38, (Foto) kam vor acht Jahren zu Breuninger und war in dieser Zeit Geschäftsführer der Häuser in Stuttgart und Sulzbach bei Frankfurt. Seit vier Jahren ist er als Bereichsleiter für den Einkauf zuständig. Zum 1. Oktober wird er die Nachfolge von Uwe Hildebrand antreten.

„Wir freuen uns, mit Benjamin Fuest einen absoluten Experten für das stationäre Einkaufen gewonnen zu haben“, sagt Konzernchef Holger Blecker. Breuninger betreibt aktuell elf eigene Modehäuser und beschäftigt insgesamt mehr als 5500 Mitarbeiter. Das 1881 von Eduard Breuninger gegründete Unternehmen zählt damit zu den führenden unabhängigen Modehändlern Deutschlands.

22 Pass Banking stellt sich an der Spitze neu auf

Künftig gibt es ein Trio in der Geschäftsführung des Unternehmens

Foto: oh

Bad Mergentheim. Pass Banking Solutions wird künftig von einem Trio geführt. Seit kurzem bilden Jochen Hügel (Foto), Phil Matychowiak und Dieter Nausch die Geschäftsführung des IT-Unternehmens aus Bad Mergentheim.

Hügel war bereits zuvor Geschäftsführer des Unternehmens. Matychowiak ist ein Pass-Eigengewächs. Er hat hier sein berufsbegleitendes Studium der Wirtschaftsinformatik absolviert und rückt nun auf die nächste Stufe. In der Geschäftsführung wird er für die Themen Compliance und Business Process Outsourcing zuständig sein.

Auch Dieter Nausch ist ein Eigengewächs der Pass-Gruppe. Er übernimmt künftig die Verantwortung zur Weiterentwicklung Banking-Software.

Holger Englert, langjähriger Geschäftsführer, hat das Unternehmen nach gut zehn Jahren verlassen. Seit er vor zehn Jahren die Leitung übernommen hat, hat sich der Umsatz des Unternehmens verdreifacht. „Die Gründe für mein Ausscheiden sind ausschließlich persönlicher Natur“, sagt Englert. Er ist zu den Vereinigten Spezialmöbelfabriken gewechselt.

23 Curevac-Personalie lässt Fragen offen

Interimschef Franz-Werner Haas ist neuer CEO – doch was ist mit Ingmar Hoerr?

Foto: oh

Tübingen. Der bisherige Interimschef Franz-Werner Haas (Foto) ist nun offiziell neuer Vorstandsvorsitzender des schwäbischen Biotech-Unternehmens Curevac. Die Firma war in den vergangenen Wochen durch ihre Forschung an einem Corona-Imfpstoff in den Fokus gerückt. So hatte sich die Bundesregierung mit 300 Millionen Euro an Curevac beteiligt. Weitere 560 Millionen Euro hat das Unternehmen bei Investoren eingesammelt.

Im März hatte Curevac bekanntgegeben, dass Vorstandschef Ingmar Hoerr sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Unternehmen zurückziehen muss. Curevac betonte damals, dass Hoerr sich nicht mit dem Corona-Virus infiziert habe. Ob und wann er wieder zurückkehren kann, ist aber immer noch unklar.

Das Handelsblatt zitiert einen Curevac-Sprecher mit der Aussage, dass Hoerr immer noch krank sei, sich aber auf dem Weg der Besserung befinde. Eine Rückkehr ins operative Geschäft sei aber offen.

Neu im Vorstand ist Igor Splawski, der die Position als Chief Scientific Officer übernimmt. Splawski war zuletzt zuletzt für Novartis tätig.

24 Neue Geschäftsführer bei Würth Elektronik eiSos

Dirk Knorr und Josef Wörner übernehmen Leitung

Foto: oh

Waldenburg. Führungswechsel im Deutschlandgeschäft der Würth Elektronik eiSos. Dirk Knorr (l.) und Josef Wörner haben jetzt die Verantwortung als Geschäftsführer übernommen. Beide tragen bereits seit Jahren Verantwortung im Führungskreis des Herstellers elektronischer und elektromechanischer Bauelemente.

Der Diplom-Wirtschaftsingenieur und gelernte Industrieelektroniker Dirk Knorr war zuletzt Leiter des internationalen Qualitäts- und Umweltmanagements bei Würth Elektronik. Der 44-Jährige war zudem für Risikomanagement und Material Compliance zuständig. Bevor er 2005 zu Würth Elektronik kam, arbeitete er als Projektleiter für Key Accounts bei einem Unternehmen für Systemlösungen in der Elektronikindustrie.

Josef Wörner,51, hat seine Karriere mit einer Ausbildung zum Fernmeldetechniker bei der Deutschen Bundespost begonnen und seine Karriere im Vertrieb bei einem deutschen Hersteller von passiven Bauelementen gemacht. Seit 2001 war er in verschiedenen Positionen bei der Würth Elektronik eiSos  tätig und ist seit 2017 als Direktor verantwortlich für die Division Elektromechanik. Diese wird Josef Wörner auch weiterhin verantworten.

„Wir freuen uns, dass wir zwei erfahrene Geschäftsführer für die Würth Elektronik eiSos in Deutschland gewinnen und ernennen konnten“, sagt Thomas Schrott, der gemeinsam mit Alexander Gerfer und Thomas Wild weiterhin als Geschäftsführer der deutschen Würth Elektronik eiSos tätig sein wird.

Die Würth Elektronik eiSos Gruppe ist Hersteller elektronischer und elektromechanischer Bauelemente und hat mit ihren 7300 Mitarbeiter zuletzt einen Umsatz von 822 Millionen Euro erwirtschaftet.

25 Bleckmann verlässt Volksbank-Vorstand

Sein Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen

Foto: oh

Lörrach. Bei der Volksbank Dreiländereck kommt es zum Monatsende zu einem Wechsel im Vorstand. Ulf Bleckmann (Foto) wird das Unternehmen nach fast 15 Jahren im Vorstand verlassen. Er rückte zum Jahresbeginn 2006 in der Vorstand der Lörracher Bank. Nun sucht der aus Schleswig-Holstein stammende Banker eine neue Aufgabe. Wohin sein Weg führt, ist nicht bekannt.

Sehr wohl bekannt ist Bleckmanns Nachfolger: Marco Kückmann ist bereits seit Jahresanfang Teil des Führungszirkels der Volksbank Dreiländereck. Anfang September übernimmt er dann offiziell den Posten seines Vorgängers und wird dann gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Günther Heck die Spitze der Bank bilden.

Mit der Personalie verpasst auch die Volksbank Dreiländereck – wie so viele Regionalbanken – die Chance, für mehr Geschlechtervielfalt an ihrer Spitze zu sorgen. Die Frauenquote in den Vorständen der 52 Sparkassen und der 50 größten Volksbanken im Land liegt bei etwa 2,5 Prozent. Nimmt man alle Beschäftigten im Bankensektor, so ist der Frauenanteil jedoch höher als 50 Prozent.

26 Wechsel in der Hotmobil-Geschäftsführung

Uwe Kettner löst Rainer Notter ab und bildet mit Bernd Becherer eine Doppelspitze

Foto:

Gottmadingen. Der Wärme- und Kältetechniker Hotmobil hat eine neue Geschäftsführung. Nach drei Jahren an der Spitze hat Rainer Notter die Geschäftsführung von Hotmobil abgegeben. Seine Nachfolge tritt Uwe Kettner an, der zusammen mit Bernd Becherer die neue Doppelspitze des Unternehmens bildet.

Notter verlässt das zum Mainova-Konzern gehörende Unternehmen auf eigenen Wunsch, da er wieder als Berater arbeiten möchte und neue Herausforderungen sucht. In seiner dreijährigen Tätigkeit hat er, gemeinsam mit Becherer, wesentliche strategische Entscheidungen getroffen und damit zum wirtschaftlichen Erfolg von Hotmobil beigetragen.

Anfang August hat Uwe Kettner den Posten in der Geschäftsführung übernommen. Der 60-Jährige ist seit zehn Jahren bei Manova und verantwortet dort als Prokurist den Bereich Controlling, Rechnungswesen, Finanzen & Risikomanagement. Unter Beibehaltung dieser Funktion wird er bei Hotmobil die Ressorts Finanzen, Personal und IT verantworten. Hotmobil beschäftigt aktuell 102.

Das Foto zeigt Bernd Becherer (l.) und Uwe Kettner.

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