ZF wird zum Autobauer

Der Zulieferer aus Friedrichshafen stellt zusammen mit E.Go Mobile ein besonderes Fahrzeug her. ZF-Chef Wolf-Henning Scheider erwartet eine Nachfrage von einer Million solcher Gefährte. Zudem steht es für einen Strategiewechsel

 
Foto: pr
 

Friedrichshafen. ZF ist mit der E.Go Mobile ein Jointventure zur Herstellung des E.Go Movers eingegangen – einem autonom fahrenden, elektrischen Fahrzeug für unterschiedliche Anwendungen hauptsächlich im urbanen Umfeld. Die Serienproduktion soll am E.Go-Standort Aachen erfolgen. ZF-Vorstandschef Wolf-Henning Scheider geht zum Start von einer Jahresproduktion im fünfstelligen Bereich aus. Insgesamt erwartet er für die kommenden fünf bis sieben Jahre eine Nachfrage in Höhe von einer Million. 

ZF liefert für den Mover das elektrische Antriebssystem, Lenkung und Bremsen sowie die automatisierten Fahrfunktionen. Letztere werden vom Zentralrechner "ZF ProAI" dank künstlicher Intelligenz und ZF-Sensoren gesteuert. Gerade aufgrund dieses Rechners sieht Scheider das Unternehmen bei der Mobilitätswende bestens aufgestellt: "Vom weltweiten Trend zum automatisierten Fahren sowie zur Elektromobilität können vor allem Systemanbieter wie ZF besonders profitieren."

Mit Hilfe des Zentralrechners und den Sensoren will ZF auch für andere Bereiche Lösungen anbieten: "Wir erwarten, dass sich das automatisierte Fahren auf Werks- und Logistikgeländen, in Hafenarealen und er Landwirtschaft zuerst durchsetzen wird", so Scheider. Da ZF schnell derartige Systeme liefern könne, sei man im Vorteil. Deshalb habe ZF auch die Konzernstrategie angepasst. 

ZF ist einer der weltweit führenden Anbieter von Antriebs- und Fahrwerktechnik sowie Sicherheitstechnik. Rund 146.000 Mitarbeiter an 230 Standorten erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 36,4 Milliarden Euro. 

Die E.Go Mobile von Co-Gründer Günther Schuh hat für die Post das elektrische Lieferfahrzeug Streetscooter entwickelt und steht vor der Markteinführung eines weiteren elektrischen Stadtautos. Schuh ist unter anderem Professor an der RWTH Aachen im Bereich Werkzeugmaschinenbau und Produktionstechnologie.

Teilen auf

Das könnte Sie auch interessieren