ZF-Chef Sommer schmeißt hin

Der Vorstandsvorsitzende der Friedrichshafener verliert den Machtkampf – trotz allem Lob. Es ist nicht die einzige Personalie in dem Konzern

 
Foto: pr
 

Friedrichshafen. Am Ende ging es ganz schnell: In den vergangenen Wochen war immer wieder über eine Ablösung von Stefan Sommer als Vorstandschef der ZF Friedrichshafen spekuliert wurden. Am Donnerstag um 18:39 Uhr gab der Konzern schließlich die Meldung raus. Sommer verlasse ZF "mit sofortiger Wirkung" und im Einvernehmen. Zu den weiteren Modalitäten der Vertragsauflösung gab es keine Angaben. Selbstverständlich bekam Sommer aber verbale Blumen mit auf den Weg: Er habe in den fünf Jahren an der Spitze "das Unternehmen tatkräftig weiterentwickelt".

Das ist laut Branchenkennern nicht einmal eine Floskel. Nicht nur der TRW-Deal wurde von Sommer geschickt eingefädelt. Man zollt dem Manager generell Respekt für die Neuaustellung: Der Konzern ist längst nicht mehr für seine Getriebe bekannt, sondern inzwischen ein weltweit gefragter Partner in allen Belangen der Mobilitätswende, insbesondere im Softwarebereich. Sogar eine eigene Denkfabrik hat ZF inzwischen.

Allerdings ging dieser Umbau einem entscheidenden Player allem Anschein nach zu schnell: dem Eigentümer. Denn ZF gehört zu rund 94 Prozent der Zeppelin-Stiftung und über diese wiederum der Stadt Friedrichshafen. Deren OB Andreas Brand wollte dem Vernehmen nach den teuren Konzernumbau deutlich langsamer angehen. Denn: Sommers Pläne kosten Geld – was wiederum der Stiftung abgeht. Brand hat sich in dem Kräftemessen durchgesetzt.

Den Posten des Vorstandschefs hat als Übergangslösung nun zusätzlich Finanzvorstand Konstantin Sauer übernommen. Ein Nachfolger von Sommer solle "in Kürze" berufen werden.

Das Aus von Sommer folgt nur wenige Tage nach einer weiteren Personalie: Anfang Dezember hatte der Aufsichtsratschef Giorgio Behr im Zuge des Machtkampfs sein Mandat niedergelegt. Franz-Josef Paefgen wurde von dem Gremium zum Nachfolger bestimmt.

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