Foto: Jigal Fichtner

Durchblick made in Nagold

Haug + Schöttle ist eine feste Größe in Sachen Kunststofffenster – nicht nur im Südwesten. Die individuell gefertigten Rahmen und Flügel werden per Container sogar nach Übersee transportiert. Das Geheimnis hinter dem Erfolg? Für Geschäftsführer Reiner Fischer ist ein Faktor ausschlaggebend

Reiner Fischer ist Geschäftsführer des Fensterbauers Haug + Schöttle, einem der führenden Unternehmen im Südwesten. Foto: Jigal Fichtner
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Veröffentlicht:
05.07.2018 | 10:45

Der Laie braucht einige Minuten, um sich in der weitläufigen Produktion von Haug + Schöttle zurecht zu finden. Überall werkeln Mitarbeiter, surren die computergesteuerten Maschinen. Doch dann ist glasklar erkennbar: Das Ganze hat System, der Materialfluss folgt einer findigen Linie. Anders wäre die Marktstellung des Unternehmens auch kaum zu halten: "Wir sind der führender Hersteller von Kunststofffenstern in der Region. Im Verbund mit unseren Partnerunternehmen in Singen und Weingarten sogar im Südwesten", erläutert Geschäftsführer Reiner Fischer.

Wer darüber nun schmunzelt und an die Fenster aus dem Baumarkt denkt, der sollte sich zunächst darüber klar werden: Bei Haug + Schöttle ist nichts von der Stange! Jede Fensternische bei den Kunden wird einzeln ausgemessen. Fischer: "Dabei ist es egal, ob es sich um ein einzelnes Fenster handelt, das ausgetauscht werden soll, oder ein großer Neubau." Im Schnitt verlassen pro Tag einhundert Flügel samt Rahmen die Werkhalle. Führt man sich den Aufwand vor Augen, kriegt die Zahl noch einmal mehr Gewicht.

Damit ist aber auch klar, weshalb der Materialfluss für den Laien zwar wuselig wirkt, in Wahrheit aber einem fein abgestimmten Räderwerk gleicht. Denn jeder Rahmen, jeder Flügel wird speziell für den einzelnen Auftrag hergestellt, das meterlange Kunststoff-Profil - geliefert vom führenden Hersteller Kömmerling - anhand von CAD-Daten auf Maß zugeschnitten, penibel im Winkel zusammengefügt, die Scharniere gesetzt und natürlich am Ende das zugelieferten Glas in die Flügel eingepasst, noch bruchfest verpacken. Fertig. Bereit für die Auslieferung.

Foto: Jigal Fichtner
Die Kunststofffenster entstehen in einer modernen Produktion in Nagold. Foto: Jigal Fichtner

Diese Präzision mag beeindrucken, doch Geschäftsführer Fischer lenkt den Blick auf ein anderes Detail: "Wir legen bei unseren Zulieferern Wert auf ,Made in Germany', gerne auch direkt aus dem Südwesten. Das ist für uns ein Bekenntnis zur Qualität."

Ein Bekenntnis ist gut, aber kommt es auch bei den Kunden an? Klar könnte Geschäftsführer Fischer einfach auf den hohen Ausstoß verweisen. Irgendjemand lässt die Fenster ja schließlich einsetzen. Doch er konkretisiert die Antwort lieber. Denn Fischer sind die Privatkunden ebenso lieb wie das Projektgeschäft.

Deshalb finden die Kunden in den Geschäftsräumen auf dem Wolfsberg auch Anschauungsbeispiele satt. Nicht nur von Fenstern in allen Ausprägungen und Farben, sondern auch von Haustüren. Fischer: "Bei den Beratungen spielt zudem das Thema Sicherheit eine große Rolle. Natürlich sind wir hier zertifiziert und bieten unterschiedliche Lösungen."

Das Projektgeschäft hingegen hat seine ganz eigenen Herausforderungen. Die sind zumeist logistischer Natur: Die fertigen Fenster und Flügel wandern zu Dutzenden in große Container und treten die Reise zu den Objekten an. "Unser größtes Projekt bislang war der Umbau einer alten Kaserne auf den Azoren in eine Klinik. Da wurden an die Fenster natürlich hohe Anforderungen gestellt", erinnert sich Fischer. Daneben bestückte Haug + Schöttle in Frankreich komplette Hotelanlagen, in Italien ebenso. Ja selbst in Kanada setzten Bauherren bereits auf Fenster "Made in Nagold".

Wie man an solche Aufträge kommt? Geschäftsführer Fischer lächelt fein: "Hier zahlt sich unser hoher Anspruch in Sachen Qualität aus." Das spricht sich eben rum.

Also alles im grünen Bereich bei Haug + Schöttle auf dem Wolfsberg? Immerhin nährt das gut 25 Jahre alte Unternehmen 32 Mitarbeiter, dazu Montageteams mit langjähriger Erfahrung. Das Lächeln des Geschäftsführers weicht. Er macht eine klare Ansage: "Wir brauchen dringend wieder junge Leute, die sich für das Handwerk interessieren!" Interessant genug seien die Aufgaben, ist sich der Geschäftsführer sicher. Die computergesteuerte Fertigung samt digitalisierter Auftragsbearbeitung und -vorbereitung sprechen eine deutliche Sprache. Und die Aussicht auch auf Projekte (beinahe) in aller Welt hat ebenfalls seinen Reiz.

Deshalb hat Geschäftsführer Fischer Hoffnung, weiterhin geeigneten Nachwuchs zu finden. Zumal das Geschäft recht krisenfest ist: "Fenster brauchen die Menschen schließlich auch in Zukunft."

Kapazität

100 Fenster pro Tag

Mitarbeiter

32

Gründungsjahr

1992

Standorte

Nagold

Haug + Schöttle GmbH Kunststoff-Fensterbau

Robert-Bosch-Straße 1
72202 Nagold

Webseite

www.haug-schoettle.de

E-Mail-Adresse

haug-schoettle@t-online.de

Telefon

07452/8405-0

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