Punkt für Punkt

Foto: Jigal Fichtner
Foto: Jigal Fichtner

Die Professoren Markus Hoch und Manfred Kühne nehmen die Bewerber um den Sparkassen-Innovationspreis unter die Lupe

Markus Hoch, 53, lehrt seit 1991 an der Hochschule Furtwangen University unter anderem Betriebswirtschaft. Der Familienvater war lange Jahre Dekan der Wirtschaftsfakultät der Hochschule. Heute ist er neben ­seiner Lehrtätigkeit stellver­tretender Vorsitzender des Hochschulrates.

Manfred Kühne, 63, ist der dienstälteste Professor an der Hochschule Furtwangen University, so war der Elektrotechniker 1986 Gründungsdekan der Fakultät Maschinenbau. Aktuell ist der Familienvater Studien­dekan des neuen Studien­gangs Molekulare und Technische Medizin.

 

Es sind kleine Stellschrauben, die Markus Hoch und Manfred Kühne bei den Bewerbungsunterlagen für den Innova­tionspreis der Sparkasse Schwarzwald-Baar verändert haben. Für die Professoren der Hochschule Furtwangen sind sie aber entscheidend.

Den Innovationspreis der Sparkasse Schwarzwald-Baar gibt es seit 15 Jahren, jetzt ist erstmals die Hochschule Furtwangen Partner. Was ändert sich?

➤ Markus Hoch: Wir brauchten das Rad nicht neu erfinden, wir bauen auf bewährten Strukturen auf! Wir haben nur an Details der Ausschreibung Veränderungen vorgenommen.

Die Innovation bleibt also das Maß der Dinge?

➤ Manfred Kühne: Natürlich, die Fragen nach dem Innovationsgrad, nach der technischen Umsetzbarkeit oder dem Kunden­nutzen stehen weiterhin im Zen­trum. Konkret haben wir die Ausschreibungsunterlagen systematisiert, um den Aufwand für die Unternehmen zu verringern.
➤ Hoch: Mit den neuen Unterlagen wollen wir vor allem mehr Transparenz schaffen. Deshalb erhalten die Unternehmen einen Erhebungsbogen, in dem Fragen nach der Innovation, zum Nutzen oder auch zur Wirtschaftlichkeit gestellt werden. Der zeitliche Aufwand hält sich aber in Grenzen.

Welche Vorteile ergeben sich durch den Fragebogen?

➤ Kühne: Durch unser Punktesystem gibt es bereits nach der Einreichungsphase eine Vergleichbarkeit und eine klare Rangliste. Wir können anhand dieser Liste genau sagen, wer die Kriterien des Innovationspreises erfüllt und wer nicht, ohne dass wir die Unternehmen zuvor besuchen müssen.

Und wer durch den Rost fällt ...

➤ Kühne: Durch den Rost fällt niemand. Wer die Kriterien nicht erfüllt, dem bieten wir ein persönliches Gespräch, in dem wir die Entscheidung erläutern. Und im Jahr darauf kann man sich ja wieder bewerben, wenn man die „Hausaufgaben“ gemacht hat.

Umreißen Sie bitte einmal die Kriterien.

➤ Hoch: Wie gesagt steht die Innovation im Mittelpunkt, egal ob als Produkt, Verfahren oder Dienstleistung. Auch die Größe des Unternehmens ist egal. Gründer, Handwerker oder Mittelstand haben alle die gleichen Chancen. Wichtig ist: Die Innovation muss durchdacht, marktfähig und solide finanziert sein. Wobei es beispielsweise ein wichtiges Kriterium ist, ob überhaupt ein Markt vorhanden ist und ob sich klare Gedanken darüber gemacht wurden, wie die Kunden erreicht werden.

In diesem Sinne könnten Ihre Ausschreibungsunterlagen auch so eine Art Innovations-Prüf­protokoll sein?

➤ Kühne: Das ist vermessen. Lassen Sie es mich so formulieren: Mit dem Fragebogen wollen wir die Bewerber dazu bewegen, sich strukturiert mit ihren Innovationen auseinanderzusetzen.
➤ Hoch: Wenn das dazu führt, dass jemand seinen Ansatz kritisch hinterfragt, dann ist das auch nicht das Schlechteste. Die verkorkste Markteinführung eines Produkts kostet schließlich Geld. Das kann die Erfahrung, die man dadurch gewinnt, meist nicht aufwiegen.

Was hat Sie persönlich zum Engagement beim Innovationspreis bewogen?

➤ Hoch: Wir sind beide schon sehr lange an der Hochschule Furtwangen und damit in der Region, kennen die Unternehmensstrukturen. Deshalb wissen wir, wie wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Region eine enge Verzahnung der guten Hochschullandschaft und der Unternehmen ist. Hier kann noch einiges getan werden.
➤ Kühne: Zudem beweist die Hochschule selbst immer wieder durch zukunftsweisende Studiengänge ihre Innovationsfähigkeit. Und das seit rund 160 Jahren.

Unterm Strich sehen Sie den Innovationspreis also als Mittel zur Stärkung der Wirtschaft in der Region?

➤ Kühne: Ja, absolut. Das kann man auch am neuen Rahmen der Preisübergabe sehr schön sehen: Der Innovationspreis hat inzwischen Netzwerkcharakter.

Dirk Werner

Der Sparkassen-Innovationspreis

Noch bis zum 31. Juli haben Unternehmen und Dienstleister aus dem Geschäftsbereich der Sparkasse Schwarzwald-Baar Gelegenheit, sich um den Innovationspreis zu bewerben. Die Hochschule Furtwangen ist seit diesem Jahr Partner der Sparkasse, die Professoren Markus Hoch und Manfred Kühne haben einen standardisierten Fragebogen entwickelt. Hoch und Kühne begutachten zudem die Bewerber, bevor das Preis­komitee eine Entscheidung fällt.

Denn seit 15 Jahren zählen nicht die Kundenbeziehungen zur Sparkasse als Kriterium für den Preis, sondern die Markt- und Leistungsfähigkeit der Innovation. Econo ist Medienpartner des Preises.

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