Es war ein heißer Abend in Rottweil – nicht nur was die Temperaturen angeht. Vor allem die Thematik des sechsten Impact-Forums der Agentur Markkom war heiß: der Kampf um Fach- und Führungskräfte. Employer Branding lautet die Zauberformel, die im Rottweiler Badhaus über allem stand. Klar ist: Für Personaler und Marketingfachleute brechen neue Zeiten an. „Sie müssen Hand in Hand zusammenarbeiten, will ein Unternehmen gute Mitarbeiter nicht nur finden, sondern diese auch halten“, so Wolfgang Feige von der Überlinger Agentur Compamedia.
Die Kernfrage beim Aufbau einer Marke als Arbeitgeber lautet: Wieso sollte ein Bewerber zu uns kommen? Feige: „Aber versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können – das wird schnell entlarvt.“ Auf der Suche nach neuen Mitarbeitern dürfe man die aktuellen Mitarbeiter keinesfalls vergessen, im Gegenteil: „Ihr bester Employer Brander ist ihr aktueller Mitarbeiter“, betonte Feige. Eine Einschätzung, die auch Bernhard Knaisch und Norbert Wölbl von Liebich & Partner aus Baden-Baden teilen. Wölbl warnt zugleich davor, zu denken, Employer Branding sei ein kurzfristiger Prozess: „Der Aufbau einer Arbeitgebermarke muss langfristig angelegt sein und hilft selten kurzfristig.“ Dies gelte auch für die Rekrutierung neuer Mitarbeiter: „Sie müssen die Menschen ansprechen, bevor die überhaupt daran denken, bei Ihnen arbeiten zu wollen.“ Hierzu sei es unabdingbar, auch die Social-Media-Instrumente zu nutzen.
Manche Firmen setzen sogar noch früher an: Benedikt Lenhart von IMS Gear (Donaueschingen) und Michael Ruf (ZF Friedrichshafen) berichten während der Podiumsdiskussion von erfolgreichen Kooperationen mit Schulen und – bei IMS Gear – mit Kindergärten, um Kinder, Jugendliche und Eltern für die Unternehmen zu begeistern. „Trotzdem haben wir den Trend noch nicht gedreht, dass sich deutlich mehr Kinder und Jugendliche für technische Berufe interessieren“, so Lenhart. Er kritisiert, dass diese Dramatik im ländlichen Raum noch nicht hinreichend verinnerlicht sei, dabei gehe die Binnenwanderung an der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg vorbei. Die Notwendigkeit, diese Problematik zu lösen, werde aber von Seiten der Politik noch nicht wirklich begriffen.