16.12.2015 09:34 Uhr

Vom Frust beim Arzt und im Internet

Der Bruchsaler Gründerwettbewerb "best brains" stellt die Gewinner vor. Die Konzepte überzeugen eine hochkarätige Jury. Jetzt geht es an die Umsetzung.

Gründer und Jury des Bruchsaler Gründerpreises "best brain". Foto: PR

Gründer und Jury des Bruchsaler Gründerpreises "best brain". Foto: PR

Bruchsal. Menschen zusammen bringen – diesen gemeinsamen Nenner verfolgen junge Unternehmensgründer, die den Gründerwettbewerb "best brains" in der Wirtschaftsregion Bruchsal gewonnen haben. Im Sommer 2015 hatte der neue Unternehmens-Inkubator "braintex" unter dem Motto „Helle Köpfe für coole Ideen“  kreative Jungunternehmer aus den Bereichen Medizin, Technologie oder Kreativwirtschaft gesucht. Eine Reihe interessanter Bewerber auf die Ausschreibung hatte die Wettbewerbsjury zur Kurzpräsentation geladen.

Das Gründerteam „Courito“,vertreten durch Torben Büge und Designer Markus Hahn, präsentierte eine außergewöhnliche „Kurier-Idee“. Eine neue App soll Wünschende und Reisende miteinander verbinden und zugleich weltweit Ressourcen sparen helfen. „Die Flasche Wein aus Südamerika, die man sonst nirgends bekommt, oder das Smartphone, das in den USA früher als in Europa erhältlich ist, lässt man sich einfach mitbringen“, so der Ansatz.

Auf eine sehr gelungene Gründungsidee kamen auch Patrick Aufmuth und Patrick Kunz. Die beiden Jungunternehmer möchten mit ihrem Produkt „Domain-Registrar“ Inhaber und Nutzer von Internetadressen auf ganz neue Art und Weise in Kontakt bringen. „Mit rund 14 Millionen „.de“-Adressen werden markante Namen knapp“, haben die beiden beobachtet und möchten einen Marktplatz für griffige Alternativen erschaffen. Sie überzeugten die Wettbewerbsjury nicht nur durch Begeisterung und Feuereifer für ihre Idee, sondern auch durch ein sehr professionelles Auftreten und umfangreiche Marktkenntnisse.

Gründerin Mirja Löhr wiederum setzte in ihrer Präsentation auf Persönlichkeit, Charme und sprechende Handzeichnungen. „Für Eltern verändert sich die Welt komplett – wen können sie auf hohem Niveau um Rat fragen?“, fragte sich ihrerseits die gelernte Modedesignerin mit Unternehmerseele. Ihre Geschäftsidee „Familientutor“ besteht aus einem Online-Portal, das bundesweit per Video und Online-Informationen Coaching-Leistungen speziell für Eltern anbietet, um zielgenau und anonym Hilfe in Erziehungsfragen und akuten Familienproblemen zu erhalten.

Und schließlich ging auch „Betty24“ als Sieger aus dem braintex-Gründerwettbewerb hervor. Das Team um Sina Kistner und Nishant Gupta beeindruckte durch ein ganz neues Konzept zur Online-Terminvereinbarung für Patienten bei Ärzten und Kliniken. Aus eigenem Frust über lange Wartezeiten und mangelndem Service in Arztpraxen heraus haben die beiden Initiatoren das Tool entwickelt. Es erlaubt den privaten Nutzern nicht nur, sich verfügbare Arztermine  online anzeigen zu lassen, sondern gleich auch verbindlich zu buchen. „Betty“ steht für den typischen Namen einer Krankenschwester oder Arzthelferin, der den neuen Online-Dienst personifiziert und durch seine Eingängigkeit deutlich vom Wettbewerb abhebt.

Auswahlkriterien der Jury im best brains Gründerwettbewerb waren die Geschäftsidee selbst, die Präsentation und das persönliche Auftreten der Gründer sowie die überzeugende Einschätzung des Marktpotenzials. Die Jury bestand aus Roland Schäfer (Vorstandsvorsitzender, Volksbank Bruchsal-Bretten), Timo Richter (Abteilungsdirektor Firmenkunden, Sparkasse Kraichgau), Rüdiger Böhle (Geschäftsführer, Blanco), Armin Pfannenschwarz (Leiter Studiengang „Unternehmertum“, Duale Hochschule Baden-Württemberg), Jürgen Riffel (Geschäftsführer, 3We), Stefan Huber (Geschäftsführer, Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal) und Birgit Welge (Wirtschaftsförderung, Stadt Bruchsal).

red
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