22.09.2015 14:18 Uhr

SDK baut Vertrieb um

Nach unruhigen Monaten mit internen Querelen will die Süddeutsche Krankenversicherung nun neue Marktanteile gewinnen – und strukturiert deshalb den Vertrieb um.

Fellbach. Die SDK ist qua ihrer Geschichte vor allem in den süddeutschen Bundesländern stark vertreten. In einem ersten Schritt soll hier der Vertrieb dezentraler ausgerichtet werden, um weitere Marktanteile zu gewinnen, so das Unternehmen. Das Konzept sieht die Bildung von zehn Regionaldirektionen vor: in den Regionen Augsburg, Bayreuth, Freiburg, Heilbronn, Herrenberg, Karlsruhe, Regensburg, Rosenheim, Stuttgart und Ulm. 

„Wir müssen uns dem schärfer werdenden Wettbewerb am Markt stellen. Dazu brauchen wir neben einer modernen, zukunftsorientierten Vertriebsstruktur eine schlagkräftige Außendienst-Mannschaft", erklärt Vertriebsvorstand Timo Holland. Durch die neue Struktur im Süden will man das Geschäftsvolumen "erheblich ausweiten", so das Unternehmen. Ziel ist es, die Eine-Milliarde-Euro-Grenze bei den jährlichen Beitragseinnahmen zu erreichen. Im Geschäftsjahr 2014 schaffte die SDK rund 760 Millionen Euro. Die positive Entwicklung setzte sich auch im 1. Halbjahr 2015 fort, so die Fellbacher. Die SDK rechnet 2015 mit stärker wachsenden Erträgen als geplant.

Im Frühjahr hatte die SDK für einige Schlagzeilen gesorgt. Damals hatte sich ein Mitarbeiter an die Süddeutsche Zeitung gewandt und geklagt, im Unternehmen herrsche eine "Stimmung wie ihm Kühlhaus". Angeblich hatten sich viele Mitarbeiter Sorgen wegen des Umbaus des Versicherers gemacht und sich in einer E-Mail an den Aufsichtsrat gewandt. Auch eine Fusion mit der genossenschaflichen Schwester R+V Versicherungen wurde befürchtet. Vorstandschef Ralf Kantak wies die Vorwürfe und Gerüchte entschieden zurück, räumte aber ein, dass sich die SDK fit für die Zukunft machen müsse.

Angesichts neuer Bestimmungen im Aufsichtsrecht, stetig niedrigen Zinsen, stärkeren Wettbewerbs sowie der politischen Debatte im Versicherungsbereich steckt die gesamte Branche mitten im Umbruch. Kantak, erst seit zwei Jahren im Amt, und sein ebenfalls erst seit rund 18 Monaten zum Unternehmen gehörende Holland, müssen den Umbau entsprechend forcieren. Die neue Vertriebsstruktur soll nun ein erster wichtiger Schritt zu einer neuen SDK sein.

rs
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