27.02.2016 20:31 Uhr

Passport Fashion vor Regelinsolvenz

Dem insolventen schwäbischen Modehändler Passport Fashion droht in Teilen die Abwicklung. Alle potenziellen Investoren sind abgesprungen.

Hauptsitz des Insolvenzverwalters Schultze & Braun in Achern. Foto: Archiv

Böblingen. Die seit mehr als einem Jahr andauernde Sanierung der Passport Fashion GmbH mit Sitz in Böblingen ist offenbar gescheitert. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gehe in ein Regelinsolvenzverfahren über, teilte die Kanzlei Schultze & Braun mit, deren Anwalt Dietmar Haffa zum Insolvenzverwalter bestellt worden ist.

Passport Fashion hatte bis zuletzt ein zweigleisiges Sanierungsverfahren durchlaufen. Sanierungsgeschäftsführer Tobias Wahl von Anchor Rechtsanwälte kündigte 30 von 70 Mitarbeitern, verkleinerte die Geschäftsräume und strich das Sortiment auf die Kernprodukte zusammen. Mehrere Investoren interessierten sich für einen Einstieg, sprangen jedoch ab.

Der Geschäftsbetrieb von Passport Fashion läuft laut Schultze & Braun zunächst noch weiter, denn die bereits gefertigte Frühjahrskollektion sei versandfertig und werde ausgeliefert. Zudem soll für die Marke „Passport“ und die Herbst/Winterkollektion, für die bereits Orders in Höhe mehrerer Millionen Euro vorliegen, ein Käufer gesucht werden.

Passport entwirft, entwickelt und vertreibt Damenoberbekleidung. Zu den wichtigsten Absatzmärkten zählen Deutschland, Österreich, die Benelux-Staaten, Großbritannien und Russland. Die Ukraine-Krise und die damit verbundene starke Abwertung des Rubels hatten zu Umsatzverlusten des Modelabels im wichtigen russischen Markt und somit zur Insolvenz geführt.

red
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