17.03.2016 14:53 Uhr

Mit Trauringen gegen den Trend

Bei ihrer Premiere vor drei Jahren machten die Veranstalter keinen Hehl daraus, dass die Freiburger Schmuckmesse, die Jewellery & Gem Fair Europe, nicht zufällig in Freiburg stattfindet. Im Gegenteil.

Freiburg. Der Veranstalter will die Nähe zur Baselworld nutzen, um Vertreter der Juwelen- und Schmuckindustrie auch nach Südbaden zu locken. In diesem Jahr steht die Messe unter gemischten Vorzeichen. Am Samstag geht die Messe los.

Denn die Zahl der Aussteller ist gegenüber 2015 um ein Drittel zurückgegangen. Zählte die Messe voriges Jahr noch 440 Unternehmen, die sich in den Freiburger Messehallen präsentierten, sind es dieses Jahr nur etwa 300. Woran liegt das? „Die Stimmung ist allgemein zurückhaltend“, sagt Pressesprecherin Kerstin Vorwalter.

Es ist schwierig, die Stimmung in der Schmuckbranche greifbar zu machen. Wenn es um die Umsätze von Gold- und Silberschmieden oder auch von Uhrenherstellern geht, zählt das Statistische Bundesamt nur Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern. Beim Bundesverband Schmuck + Uhren (BVSU) haben jedoch zwei von drei Mitgliedern weniger als 20 Beschäftigte. „Die Kleinen sind die eigentlich Großen“, sagt Ina Zeiher-Zimermann, Hauptgeschäftsführerin des Branchenverbandes aus Pforzheim.

Laut Verband sei die Stimmung in der Branche gut. Anlässlich der Schmuckmesse Inhorgenta, die im Februar in München stattfand, meldete der BVSU bei 47 Prozent der befragten Unternehmen einen im Jahr 2015 gestiegenen Umsatz. Bei einem Viertel blieben die Umsätze immerhin noch konstant. Die gleiche Umfrage ergab, dass die Baselworld für die Unternehmen der wichtigste Branchentreff ist. Gefolgt von der Inhorgenta, der Vicenza Oro in Hongkong und schließlich der Schmuckmesse in Freiburg auf Rang vier.

2015 hatte die Freiburger Messe rund 6500 Besucher. „Diese Zahlen wollen wir wieder erreichen“, sagt Pressesprecherin Kerstin Vorwalter. Trotz der gesunkenen Ausstellerzahl. Darum wurden inhaltlich zwei neue Impulse gesetzt: Zum einen ist der das Bereich Trauringe, der bereits bei der Münchener Messe einen Schwerpunkt setzte. Und außerdem ist da der Bereich Design, bei dem unter anderem Designstudenten der Hochschulen aus Pforzheim, Idar-Oberstein und Trier zu den Hauptdarstellern gehören.

Gut zwei Wochen vor Messebeginn hatten sich laut Veranstalter bereits rund 4000 Einkäufer über das Internet-Portal zur Messe angemeldet. Sie kommen aus mehr als 100 Ländern. Auf Platz eins liegt Deutschland, doch schon dahinter folgen Exoten: Indien, Sri Lanka und auch Hong Kong ist noch in den Top Ten. Aber auch die deutschen Nachbarländer Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande und Italien gehören zu den häufigsten Herkunftsländern der Besucher.

Die Freiburger Schmuckmesse dauert vom 19. bis 22. März und ist ausschließlich für Fachpublikum geöffnet. Der Eintritt kostet 30 Euro. Zudem gibt es ein Bus-Shuttle, dass den Freiburger Messeplatz mit der Messe in Basel verbindet. 

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