01.10.2015 07:35 Uhr

"Mit Kunst kann man Gewinne erzielen"

Ulrike Lehmann veranstaltet das vierte Forum "Wirtschaft meets Kunst". Im Econo-Interview erläutert sie, wie Unternehmen und Künstler voneinander profitieren.

Ulrike Lehmann von Art Coaching veranstaltet "Wirtschaft meets Kunst" in Freiburg. Foto: Jigal Fichtner für econo

Ulrike Lehmann von Art Coaching veranstaltet "Wirtschaft meets Kunst" in Freiburg. Foto: Jigal Fichtner für econo

Freiburg. Ihre Veranstaltungsreihe "Wirtschaft meets Kunst" geht in die vierte Auflage, Frau Lehmann. Wie lautet Ihre bisherige Bilanz?

Ulrike Lehmann: Ich bin sehr begeistert darüber, es bereits bis hierhin geschafft zu haben. Alle Veranstaltungen seit dem 1. Forum im Juli 2013 waren bisher ausverkauft und das Interesse, sich mit der Schnittstelle von Kunst und Wirtschaft zu beschäftigen, entsprechend groß. Immer mehr Besucher kommen auch aus weiteren Regionen. Zuletzt waren Gäste da aus Köln und Stuttgart bis hin aus Basel und Zürich. Bereits jetzt liegen Anmeldungen vor aus Köln, München und Mannheim. Das Forum wird immer bekannter und damit auch das Thema. Dass wir jetzt in die 4. Auflage gehen können, ist nicht zuletzt auch der steten Unterstützung von Sponsoren, Kooperations- und Medienpartnern zu verdanken, die an den Mehrwert des Themas glauben.

Künstler und Geschäftsleute haben sich viel zu geben, lautet ein Credo von Ihnen. Was meinen Sie damit in drei Sätzen ausgeführt?


Lehmann: Die Begegnung mit Kunst und Künstlern ist eine Quelle der Inspiration und für eigene Kreativität. Firmen, die sich für Kunst engagieren, spüren den Mehrwert und können ihn sich zunutze machen. Geschäftsleute können in ihren Gesprächen über die Kunst an ihren Wänden reden, sich darüber näher kennenlernen, aber auch Kunst als externes Kommunikationsmedium nutzen zur Firmenprofilierung via Marketing, Employer Branding und PR.

In welchem Maß spiegelt sich das in Ihrer Veranstaltung?

Lehmann: Das Forum dient dazu, sich über diese Möglichkeiten zu informieren und sich mit anderen Geschäftsleuten und Künstlern auszutauschen. Wer alle Foren besucht hat, wird den roten Faden festgestellt haben. In den bisherigen Veranstaltungen haben wir geredet über die richtige und falsche Kunst hinterm Chefschreibtisch, dann über Kunst als Kreativitätsfaktor, Kommunikationsmotor und Mitarbeitermotivation für Unternehmen.  Beim 4. Forum steht nun der materielle und ideelle Wert der Kunst im Zentrum der Diskussion.

Was erwartet die Besucher am 26.Oktober im "Weinschlösschen Freiburg" konkret?

Lehmann: Mir ist oft begegnet worden, die Kunst sei zu teuer und daher die Beschäftigung mit ihr nicht relevant. Für viele ist auch die derzeitige Preissteigerung auf den Kunstauktionen unverständlich und sie schließen aus den hohen Auktionspreisen auf die gesamte Preisgestaltung. Dem ist jedoch nicht so. Ich habe daher fünf Redner für kurze Impulsvorträge und eine Moderatorin eingeladen, um zu zeigen, wie sich die Preise auf dem Kunstmarkt entwickeln, wie sie überhaupt entstehen und dass es auch eine Kunst zu erschwinglichen Preisen gibt. Es werden Antworten auf weitere Fragen gegeben wie: Wie ist der Kunstmarkt überhaupt aufgebaut, wie funktioniert er? Sind die Preise gerechtfertigt und stehen sie dem ideellen Wert der Kunst gleichwertig gegenüber? Lässt sich der ideelle Wert überhaupt geldwert umsetzen? Gibt es noch eine Kunst jenseits der Auktionsergebnisse?
In dem Engagement für  Kunst – speziell auch in der Geschäftswelt – spielt jedoch nicht nur der materielle Wert, sondern auch und insbesondere der immaterielle (Mehr-)Wert eine Rolle. Mit Kunst kann man Gewinne erzielen in beiderlei Hinsicht.
Nach der Podiumsdiskussion können Fragen an die Teilnehmer gestellt werden, die allesamt Experten ihres Metiers sind, darunter ein erfolgreicher Galerist, der u.a. Gerhard Richter vertritt, ein Künstler, zwei Journalisten mit Schwerpunkt Kunstmarkt und Sammeln sowie ein Redner, der das Wertethema von Seiten der Versicherung darstellt.
Nicht zuletzt können wieder interessante Netzwerkgespräche bei gutem Wein und Essen geführt und eine Ausstellung – diesmal Fotografien von Kunstwerken und Künstlern - besucht werden.

Wäre "Wirtschaft meets Kunst" nicht auch an anderen Orten denkbar? Der Austausch zwischen Künstlern und Geschäftsleuten könnte schließlich überall fruchtbar sein…


Lehmann: Ja, das ist genau richtig. Ich habe bereits mit verschiedenen Städten Kontakt aufgenommen und würde mich sehr freuen, wenn diese und auch andere Städte das Forum „Wirtschaft meets Kunst“, das sich inzwischen als Marke etabliert hat, bei sich veranstalten möchten. Ich bin dazu bereit und stehe mit dem nötigen Knowhow zur Verfügung. Nicht zuletzt würde ich mich über ein Engagement der IHKs sehr freuen.

red
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