03.12.2015 10:01 Uhr

Google und der "Penguin Award"

Die Veranstaltung "Das Europa der Regionen" war reich an Diskussionsstoff und bot amüsante Einblicke in das Selbstverständnis der Mitarbeiter des Intenet-Giganten.

Die Podiumsteilnehmer Heidi Senger-Weiss, Wilfried Franke, Othmar Walser, Pius Schlachter, und Heinrich Güttinger (v.l.) im Gespräch zum Thema Verkehrsinfrastruktur in der Vierländerregion Bodensee. Foto: PR

Die Podiumsteilnehmer Heidi Senger-Weiss, Wilfried Franke, Othmar Walser, Pius Schlachter, und Heinrich Güttinger (v.l.) im Gespräch zum Thema Verkehrsinfrastruktur in der Vierländerregion Bodensee. Foto: PR

Friedrichshafen. "Silicon Valley versus Vierländerregion" – unter diesem Titel fand  im Graf-Zeppelin-Haus die Veranstaltung „Das Europa der Regionen“ statt, zu der die Bodensee Standort Marketing GmbH (BSM) gemeinsam mit dem Exportclub Vorarlberg und seinen Partnern eingeladen hatte. Den teilnehmenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Export und Logistik bot sich ein diskussionsreicher Abend, im Zeichen der digitalen und physischen Vernetzung der Vierländerregion Bodensee.

Josef Vonach, Präsident des Export Club Vorarlberg und Dörte Gensow, Prokuristin der BSM, begrüßten die Gäste und der Vortrag von Thomas Bühler, Industry Manager der Google Switzerland GmbH, zum Thema „Management von Innovation“ leitete ein. Der Standort in Zürich ist Googles zweitgrößtes Forschungs- und Entwicklungszentrum außerhalb der USA mit über 1500 Mitarbeitern aus 75 Nationen.

Mit seinen Antworten auf die Leitfrage des Vortrags - Wie schafft es Google, innovativ zu bleiben und welche Chancen bietet das digitale Umfeld für eine erfolgreiche Export-Strategie? – lieferte Bühler den Gästen viele Anregungen, aber auch amüsante Querverweise. Beispielsweise vergibt der Suchmaschinenriese einen „Penguin Award“ an Mitarbeiter, die bravourös mit Projekten gescheitert sind. So will der Konzern Angestellte dazu ermutigen, ohne Versagensangst Neues auszuprobieren. Praktischer Nebeneffekt: die Belegschaft kann die Fehler der Pioniere künftig vermeiden.

Den zweiten Teil des Abends bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema „Grenzübergreifende Verkehrsinfrastruktur in der Vierländerregion Bodensee“. Die einleitenden Worte Othmar Walsers, Vorstandsmitglied des Exportclubs Vorarlberg, entfachten eine rege Debatte unter den vier Podiumsteilnehmern Heidi Senger-Weiss, Aufsichtsrätin und Gesellschafterin bei Gebrüder Weiss, Wilfried Franke, Direktor des Regio­nalverbandes Bodensee-Oberschwaben, Heinrich Güttinger, Direktionsmitglied der Schweizerischen Südostbahn und Pius Schlachter, Vorstand der Genossenschaft „Mehramsee“.


Während Konsens über die dringende Notwendigkeit der Optimierung der grenzüberschreitenden (Schienen-)Infrastruktur in der Vierländerregion Bodensee bestand, kristallisierten sich im Rahmen der Debatte jedoch auch zentrale Frage- und Problemstellungen heraus. Im Gegensatz zum schnell agierenden und sich rasant entwickelnden Internet-Riesen Google dauert die Planung und Umsetzung großräumiger Verkehrsinfrastrukturprojekte oft Jahrzehnte, benötigt langjährigen Planungs- und Umsetzungsphasen und verursacht horrenden Kosten. Die Teilnehmern formulierten klar: Den teilweise bereits angekündigten Ausbauplänen müssen Taten folgen, denn nur so kann die nachfolgende Generation profitieren.


„Die Veranstaltungsreihe ‚Das Europa der Regionen‘ des Exportclubs Vorarlbergs wird jedes Jahr an einem anderen Ort zu einem aktuellen Thema der Exportbranche durchgeführt. Wir freuen uns, dass wir dieses grenzüberschreitende Veranstaltungsformat unterstützen dürfen“, so Dörte Gensow, Prokuristin der BSM.

red
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