15.10.2015 07:43 Uhr

Ex-Manager der Hess AG angeklagt

Die früheren Vorstände des badischen Leuchtenherstellers Hess müssen wohl bald vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Mannheim wirft ihnen unter anderem Bilanzfälschung vor. Die Ex-Manager hatten das stets bestritten.

Ex-Vorstände Hess (r.) und Ziegler beim Börsengang der Hess AG 2012. Foto: Archiv

Villingen-Schwenningen. Wie das Handelsblatt berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Mannheim Christoph Hess und Peter Ziegler angeklagt. In der 101 Seiten starken Anklageschrift wirft die Behörde den Ex-Managern vor, über Jahre die Bilanzen des Unternehmens mit Sitz in Villingen-Schwenningen gefälscht zu haben.

Hinzu kämen Bankrott, Untreue, schwerer Betrug, Kreditbetrug, Subventionsbetrug und Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz. Bei einer Verurteilung drohen mehrjährige Haftstrafen.

Die Angeklagten haben nun sechs Monate Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. „Wir sind an der Aufklärung interessiert und werden zu gegebener Zeit Stellung nehmen“, sagte der Verteidiger von Christoph Hess dem Handelsblatt.

Peter Zieglers Anwalt sprach von einem schwierigen Verfahren. Im Kern gehe es um die Frage, ob Entwicklungskosten in der Bilanz aktiviert werden dürften oder nicht. Er sei nicht sicher, ob es überhaupt zum Prozess komme. Die Ex-Manager selbst hatten bisher stets bestritten, Zahlen manipuliert zu haben.

Die Hess AG war im Oktober 2012 an die Börse gegangen und hatte von Investoren 36 Millionen Euro eingesammelt. Im Januar 2013 kündigte das Unternehmen den beiden Vorständen fristlos die Verträge, nachdem ein Mitarbeiter aus der Finanzabteilung Unregelmäßigkeiten in der Buchhaltung gemeldet hatte.

Kurz darauf war das Unternehmen pleite. Inzwischen hat der niederländische Leuchtenhersteller Nordeon den Geschäftsbetrieb übernommen. Die alte Hess AG hinterließ laut Insolvenzverwalter Volker Grub mehr als 100 Millionen Euro Schulden.

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