11.04.2012 11:56 Uhr

SAG: Unterm Strich rote Zahlen

Die Freiburger Solarstrom AG hat 2011 Verlust gemacht. Das Unternehmen weist einen Jahresfehlbetrag von 3,5 Millionen Euro aus. Die Aktionäre sollen trotzdem eine Dividende erhalten.

SAG-Vorstandschef Kuhlmann (o.), Solarkraftwerk "Serenissima" in Norditalien: "unkalkulierbare Kostenpositionen". Fotos: SAG

SAG-Vorstandschef Kuhlmann (o.), Solarkraftwerk "Serenissima" in Norditalien: "unkalkulierbare Kostenpositionen". Fotos: SAG

Freiburg. Höhere Finanzierungskosten für das italienische Großprojekt „Serenissima“ haben das Jahresergebnis 2011 der Freiburger Solarstrom AG (SAG) ins Minus gedrückt. Wie aus dem heute (11. April) veröffentlichten Jahresabschluss hervorgeht, weist der Solarprojektierer unterm Strich einen Verlust von 3,5 Millionen Euro aus. Im Vorjahr hatte die SAG noch 6,3 Millionen Euro Gewinn gemacht.

„Die europäische Schuldenkrise verteuerte die Finanzierungskosten für das Großprojekt in Norditalien und verursachte hohe zusätzliche Einmalkosten zur Absicherung möglicher Zins- und Rechtsrisiken“, heißt es im Geschäftsbericht. Außerdem hätten neue Steuergesetze in Italien das Konzernjahresergebnis „überproportional belastet“.

SAG-Vorstandschef Karl Kuhlmann betonte vergangene Woche dennoch, dass es sich bei „Serenissima“ um ein „lukratives Projekt“ für sein Unternehmen handelt. Weil der Verkauf sich länger hinzog, hatte die Solarstrom AG ihren ursprünglich für Anfang April geplanten Geschäftsbericht verschoben.

Rechnet man Zinsen und Steuern heraus, hat die Solarstrom AG wie angekündigt Gewinn gemacht. Das operative Ergebnis (Ebit) beträgt mit 6,2 Millionen Euro allerdings nur knapp die Hälfte des Vorjahreswertes (13,1 Millionen). Beim Umsatz hat das Unternehmen dagegen deutlich zugelegt: Die Erlöse kletterten um 31,2 Prozent auf 264 Millionen Euro. Drei Viertel des Geschäfts machte die SAG im Ausland.

Mehr Umsatz, weniger Gewinn: Die Marge der Freiburger hat 2011 arg gelitten. „Wir mussten im Jahresverlauf aufgrund sinkender Preise deutlich mehr Projekte umsetzen als zu Jahresanfang geplant“ so Vorstandschef Kuhlmann. Außerdem sei das Unternehmen „mit vielen völlig unkalkulierbaren Kostenpositionen im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftskrise konfrontiert“ worden.

Obwohl unterm Strich ein Verlust steht, will die Solarstrom AG ihren Aktionären eine Dividende zahlen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 24. Mai wie schon 2010 eine Ausschüttung von 12,5 Cent je Aktie vor.

In der vergangenen Woche hatte die SAG mit der Ankündigung, eigene Aktien zurück zu kaufen, für einen deutlichen Anstieg ihres Börsenkurses gesorgt. Manche Ökonomen beurteilen Aktienrückkäufe wie eine zusätzliche Dividende.

Im neuen Jahr will die Solarstrom AG ihren Absatz „bei einer weiterhin profitablen Ebit-Marge deutlich steigern“. Dazu plane das Unternehmen auch, weitere neue Ländermärkte außerhalb Europas zu erschließen.

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