Home > ECONO > Nachrichten Di. 09.02.10

Herbolzheim , 29.08.08

BBS schließt Standort Schiltach

IG Metall kündigt massiven Widerstand an
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Foto: Archiv
BBS-Zentrale in Schiltach: In drei Jahren Geschichte.
Der Felgenhersteller BBS verlagert seine Produktion bis 2011 komplett nach Herbolzheim und schließt das Stammwerk in Schiltach (Kreis Rottweil). Mit dem Schritt soll das Unternehmen wettbewerbsfähiger gemacht werden, teilt der belgische Punch-Konzern mit, zu dem BBS seit gut einem Jahr gehört. Der Standort Herbolzheim an der A5 wird für rund 25 Millionen Euro erweitert. BBS baut hier unter anderem eine neue Gießerei.

Auf die Zahl der Beschäftigten soll sich die geplante Schließung zunächst nicht auswirken. In den vergangenen zwölf Monaten ist die Mitarbeiterzahl bereits um etwa 70 auf rund 480 zurückgegangen. In Schiltach arbeiten derzeit etwa 320 Beschäftigte.

Die frühere BBS Kraftfahrzeugtechnik AG war im Frühjahr 2007 zahlungsunfähig geworden. Punch International hatte sich als einziger Kaufinteressent bereit erklärt, neben dem moderneren Werk Herbolzheim auch den Standort Schiltach fortzuführen. Im ersten Jahr nach der Übernahme investierte Punch insgesamt acht Millionen Euro in Schiltach – unter anderem in neue Produktionsanlagen. Drei Millionen Euro flossen in das Werk in Herbolzheim.

Noch am vergangenen Montag sprach sich der neue BBS-Chef Wald Westerlinck in einem Gespräch mit Econo für den Standort Schiltach aus. „Wir dürfen nicht vergessen, das BBS in Schiltach gewachsen ist. Dort liegt eine Menge Kompetenz. Deswegen haben wir das Werk damals mit übernommen“, so der Geschäftsführer. Von einer geplanten Schließung erwähnte Westerlinck am Vormittag nichts. Der Belgier kündigte lediglich eine klarere Trennung zwischen den beiden Standorten an. Demnach sollten mittlere und große Serien künftig in Herbolzheim, Kleinstserien und Einzelstücke in Schiltach gefertigt werden. Am Nachmittag kam dann offenbar das überraschende Aus.

IG Metall kündigt massiven Widerstand an

Die IG Metall kündigt massiven Widerstand gegen die Schließung an. Reiner Neumeister und Uwe Wallbrecher von der IG Metall Freudenstadt werfen dem Unternehmen „einen klaren Vertrauensbruch“ vor. Die Entscheidung sei hinter verschlossenen Türen getroffen worden. Punch International müsse sich nun auf einen harten Konflikt einstellen. „Wir werden den Standort nicht ohne Streit preisgeben“, so die Gewerkschaftler.

Wald Westerlinck bezeichnet die Entscheidung als „ebenso mutigen wie schweren Entschluss“. Den plötzlichen Umschwung erklärt der Geschäftsführer mit neuen Parametern aus dem Erstausrüstungsgeschäft mit Automobilherstellern, von denen er erst nach dem Econo-Interview Kenntnis erlangt haben will. Es sei nun wichtig, dass alle im Unternehmen zusammenhalten. „Wir haben drei Jahre Zeit und die wollen wir uns auch nehmen um den Übergang für alle so fair wie möglich zu gestalten.“ (ad)

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