Dossier

Wer traut sich?


1 Darum geht's

Speed-Dating-Elevator-Pitch klingt zu abstrakt? Hier finden Sie mehr über Konzept, Herausforderungen und Chancen.

Foto: Hak Design

Bei den Treffen im Rahmen des Econo-Wissenstransfer wurde immer wieder deutlich: Gerade kleine und mittlere Unternehmen quer durch alle Branchen stehen angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung vor großen Aufgaben. Dabei gerät die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells angesichts der alltäglichen Herausforderungen ganz schnell aus dem Blickfeld.

Zudem gab es immer wieder die Aussage: Wo bekommt man eigentlich die Inspiration, die konkrete Anregung her? Wie kommt man an die Akteure aus der Kreativwirtschaft, die im digitalen Zeitalter zuhause sind?

Die Hemmschwellen, einfach aufeinander zuzugehen, sind aus der Erfahrung heraus auf beiden Seiten hoch. Dabei hätten sich etablierte Unternehmen und kreative Digitalisten einiges zu sagen! Davon sind Econo und die Innovationsagentur Medien- und Kreativwirtschaft der MFG überzeugt – deshalb machen wir den Wissenstransfer nun ganz konkret. Ein weiterer Kooperationspartner ist das Digitale Innovationszentrum DIZ in Karlsruhe.


Die Aufgabe

Beim Speed-Dating-Elevator-Pitch treffen fünf Kreativ-Teams auf ein etabliertes Unternehmen. Nach der Unternehmens-Präsentation geht's ans Eingemachte: Die Teams überlegen sich jeweils eine "digitale Lösung" als Erweiterung, Ergänzung oder Neuausrichtung des Geschäftsmodells – und präsentieren diese direkt und innerhalb weniger Minuten der Geschäftsführung. Am Ende entscheidet der Chef, welches Konzept er zusammen mit einem Team vorantreiben möchte. 

Die Konzepte

Die vorgeschlagenen Konzepte sollen sich direkt mit der digitalen Transformation beschäftigen, also neue Technologien wie Virtual Reality oder Ansätze wie Gamification berücksichtigen. Ausdrücklich nicht erwünscht sind Vorschläge für neue Websiten oder Logo-Überarbeitungen! Das ist klassisches Alltagsgeschäft, um das sich die Unternehmer selbst kümmern dürfen.

Wer darf mitmachen?

Bei den etablierten Unternehmen dürfen sich alle melden, die sich schon immer mit der digitalen Transformation beschäftigen wollten, aber keine Zeit hatten oder denen Anregungen fehlten. In einer Nachricht an Econo-Chefredakteur Dirk Werner sollte kurz formuliert werden, warum man das richtige Unternehmen für den WissenstransferKonkret ist… Der Verlag und die Innovationsagentur behalten sich ein Auswahlverfahren vor.

Die Kreativ-Teams können Start-ups sein, aus Unternehmen oder von Hochschulen stammen. Wichtig ist nur: Man sollte das digitale Hightech-Handwerk verstehen und den Ehrgeiz haben, am Ende die vorgeschlagene Lösung auch vorantreiben zu wollen. Auch hier behalten sich Econo und die Innovationsagentur ein Auswahlverfahren vor. Die Innovationsagentur stellt darüber hinaus für die teilnehmenden Teams eine Aufwandsentschädigung zur Verfügung.

Was ist WissenstransferKonkret nicht?

Das Format ist ganz klar keine Konkurrenz zu Agenturen oder Beratern. Es geht einfach um plakative Beispiele, die anderen Unternehmen Mut machen sollen! Deshalb werden die Veranstaltungen auch auf wenige pro Jahr begrenzt.

So profitiert man

Selbst wenn man am WissenstransferKonkret nicht teilnimmt, so kann man sich doch Anregungen von den Veranstaltungen holen: Econo berichtet ausführlich auf verschiedenen Plattformen in Wort und Bild über die jeweiligen Herausforderungen für die Teams. Auch in anderen Medien wird über die Veranstaltungen berichtet.

Und – wer traut sich?

Wer neugierig geworden ist und mehr erfahren möchte, der schreibt einfach eine E-Mail an Econo-Chefredakteur Dirk Werner – er freut sich auf den Austausch!

2 Die Aufgabe #1: Hightech trifft Lowtech

Die Sauschwänzlebahn ist eines der wichtigen Tourismusbetriebe im südlichen Schwarzwald. Die Strecke ist spektakulär – da müsste sich doch mehr draus machen lassen, oder?

Foto: PR/Harald Becker

Blumberg. Zugegeben, auf den ersten Blick mag ein Tourismusbetrieb wie eine Museumsbahn nicht unbedingt zu einem Kreativ-Event wie WissenstransferKonkret passen. Doch die Bahnbetriebe Blumberg sind ein ganz normales Wirtschaftsunternehmen und stehen damit ebenfalls vor der Frage: Was können wir in Sachen Digitalisierung tun?

Die Dampflok des städtischen Eigenbetriebs verkehrt regelmäßig auf der spektakulären Strecken zwischen Blumberg-Zollhaus und Weizen – und wurde 2015 als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland ausgezeichnet.

Warum dem so ist, erschließt sich jedem auf einen Blick: Die 1890 eröffnete Strecke ist 25 Kilometer lang, obwohl die Luftlinie zwischen den beiden Bahnhöfen nur 9,8 Kilometer beträgt. Doch die Wutachtalbahn ist von den Badenern eben als "strategische Bahn" für militärische Zwecke angelegt worden. Deshalb gibt es allein fünf Brücken und Viadukte, mehrere Kehrschleifen, in die Landschaft geschaufelte Rampen sowie sechs Tunnel – darunter einen 1700 Meter langen Kreiskehrtunnel.

Wem der Bahn-Geschäftsführer Christian Brinkmann das Archiv zeigt, dem öffnet sich ein umfangreiches Konvolut an sämtlichen Planungs- und Ingenieurs-Unterlagen – nicht nur Branchenkenner geraten Angesichts der detailverliebten Zeichnungen für Tunnel oder Brücken ins Schwärmen.

Pro Jahr fahren gut 100.000 Passagiere mit der Bahn. Damit ist die im Volksmund ob ihrer Bauweise "Sauschwänzlebahn" genannte Strecke eine der wichtigen Tourismus-Attraktionen im Süden des Landes. Und das Team um Bahn-Chef Brinkmann lässt sich Jahr für Jahr ein reiches Programm an Themen-Fahrten einfallen.

Dennoch würde Brinkmann die Museumsbahn gerne "digital aufwerten". Ganz klar auch mit der Zielrichtung, jüngere Passagiere für die Fahrt oder eine Wanderung auf dem Eisenbahn-Lehrpfad zu begeistern… 

Welches Kreativ-Team nimmt nun die Herausforderung an? Einfach per E-Mail bei Econo-Chefredakteur Dirk Werner melden. Die Veranstaltung im Rahmen des WissenstransferKonkret findet ganztägig am Freitag, 9. Juni, in Blumberg statt

Übrigens: Die Teams erwartet ein spannendes Programm, um die Museumsbahn richtig kennen zu lernen. Mehr zur Museumsbahn finden Sie hier.

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