Dossier

Die Express-Baustelle


1 Das Gewusel

Das Bild auf der Baustelle hat sich komplett gewandelt: Dutzende Handwerker und Maschinen arbeiten mit Hochdruck.

Foto: wer für econo

Der in den Himmel ragende Wald aus meterhohen Betonstützen lässt viele Assoziationen zu. Bleich recken sich bereits rund 120 davon aus dem Baufeld in die Höhe, gut 50 werden in den kommenden Tagen noch folgen. Der Stützenwald lässt nun bereits gut erahnen, welche Ausmaße die künftige Halle haben wird – wobei noch ein Hallenschiff dazukommen wird. Und auch die Fundamente für den Bürobereich werden parallel betoniert.

Waren in den vergangenen Monaten nur wenige Handwerker und Maschinen auf der Baustelle unterwegs, so hat sich auch dieses Bild vollkommen gewandelt: An allen Ecken wird gebuddelt, geschraubt, betoniert, skaliert oder auch nivelliert, damit der enge Zeitplan gehalten werden kann – immerhin soll bis Ende des Jahres bereits das Richtfest gefeiert werden.

Überhaupt nimmt die Baustelle nun deutlich Fahrt auf: Wenn in gut einer Woche die meisten Stützen stehen, wird mit dem Aufbau der Dachkonstruktion begonnen und die Wände gestellt. Und an die künftigen Parkflächen muss ebenfalls noch gedacht werden. Auf der vorgesehenen Fläche hat der Regen der vergangenen Tage wieder große Seen entstehen lassen. 






2 Vollgas für die Stützen

Mit Hochdruck wird an den Fundamenten für die Hallenkonstruktion gearbeitet.

Foto: wer für econo

Die rechteckigen Gebilde ziehen sich schnurgerade in einer ersten Reihe über die Baustelle: In den Gruben werden ab der kommenden Woche per Mobilkran die Stützen für die neue Produktionshalle aufgestellt – mehr als ein Dutzend pro Tag. Zuvor müssen indes die Fundamente mit betonierten Sauberkeitsschichten so vorbereitet werden, dass penibel die errechneten Höhen eingehalten werden. Die Handwerker erhalten dabei Unterstützung von elektronischen Höhenmessern, um tatsächlich Millimeter-genau die Pläne umsetzen zu können.

3 Psst – Ruhe bitte!

Auch eine Baustelle braucht mal eine Pause, genauer Handwerkerferien. Doch die Ruhe dauert nicht lange.

Foto: wer für econo

Nein, derzeit gibt es tatsächlich nichts spannendes zur berichtet. Die Baustelle ruht. Dafür scheint nach den Regenfällen der vergangenen Wochen mal wieder die Sonne – und lässt die restlichen Pfützen auf dem lehmhaltigen Boden glitzern.

Doch allzu lange hält die Ruhe nicht an. Ab der kommenden Woche geht es weiter – Schlag auf Schlag: Der künftige Hallenboden erhält auf 15.000 Quadratmetern ein 15 Zentimeter starkes Schotterplanum, die Sauberkeitsschichten werden betoniert und der Fundamentaushub beginnt. Und Anfang September soll der Bau der Stützen beginnen.

Derweil gehen die Arbeiten an der Erschließungsstraße außerhalb des Geländes nach den Handwerkerferien weiter. Auch die Straße soll bis Ende des Jahres fertig sein. 


4 Gut' Ding…

…will gut vorbereitet sein: Der Bau der Zufahrt, Materiallieferungen – es ist allerhand los, bevor die Baustelle in die heiße Phase gehen wird.

Foto: wer für econo

Die großen Pfützen überziehen noch immer das Areal, doch die große Marschschlacht ist vorbei. Nach dem die Erdarbeiten endgültig abgeschlossen sind, das Gelände die Grundmodellierung erhalten hat, haben die Vorbereitungen für die eigentliche Bauphase begonnen.

Mit Recyclingmaterial werden Parkflächen und Baustraßen angelegt, die Büro- und Materialcontainer wurden am Rand des Areals aufgestellt und die ersten Lieferungen von Baumaterial sind eingetroffen: Betonröhren für Kanäle und Randsteine für die Parkflächen warten auf den Einbau, mit dem in den kommenden Tagen begonnen werden soll. Ebenso wird dann mit dem Bau der Fundamente begonnen, damit die mehr als hundert Stützen aufgestellt werden können.

Aufmerksame Beobachter können übrigens schon jetzt auf dem Gelände ein wesentliches Element der späteren Halle erkennen: Ein scharfer, gut einen Meter tiefer Einschnitt markiert den Bereich, an dem später die Lastwagen Material anliefern und abholen werden. Doch bis dahin ist es noch eine ganze Weile hin.

5 Die Matsch-Schlacht

Schon an der Zufahrtsstraße kann man ablesen: Der Regen der vergangenen Tage hat auf der Baustelle Spuren hinterlassen.

Foto: wer für econo

In weiten Teilen gleicht das Areal einer Seenlandschaft – mit Folgen: Die Lastwagen müssen sich nach dem Beladen förmlich durch den aufgeweichten, lehmhaltigen Untergrund wühlen. Immer wieder wird mit dem Bagger eine Trasse aus Kies geschottert, um eine griffige Bahn zu erhalten. Dennoch hinterlassen die Lastwagen eine lange Matsch-Spur auch auf der Zufahrtsstraße.

Überhaupt musste am Ende mehr Material von der Baustelle abgefahren werden, als zunächst in der Theorie geplant war. Doch nun neigen sich die Vorbereitungen des Baugrunds endgültig dem Ende zu. In wenigen Tagen können die Arbeiten am Fundament und den Versorgungsleitungen begonnen werden. Zugleich startet nach aktueller Planung der Aufbau der Parkflächen im östlichen Bereich des Areals. 

Gut sichtbar lässt sich auch für Laien in einigen Tagen die neue Bauphase an zwei Aspekten ausmachen: Erstens werden die Baucontainer aufgestellt und zweitens wird die Baustelle mit einem Zaun umgeben.

Parallel dazu haben im Auftrag der Stadt die Arbeiten an der Fortführung der Erschließungsstraße im Gewerbegebiet begonnen. Das ist nicht trivial: Von der Lage der dortigen Versorgungsleitungen im Untergrund unter der Straße hängt letztendlich ab, wie das IMS Gear-Areal angebunden werden wird.

6 Ruhe vor dem Bausturm

Die Erdarbeiten sind soweit abgeschlossen. Nun geht es zunächst in die Tiefe, bevor die Baustelle richtig lebendig wird.

Foto: wer

Ein Bagger und ein Bodenverdichter ziehen recht einsam ihre Bahnen auf dem Areal der neuen Produktionshalle, nehmen letzte Arbeiten vor. Die Erdarbeiten sind soweit abgeschlossen, zehntausende Kubikmeter Oberboden und Erdreich wurden abgefahren und auf dem Gelände von Ost nach West verfrachtet. Die ersten "Gräben" für die Fundamente der Bauten und Leitungen für die Ver- und Entsorgung werden gezogen.

Es wirkt wie eine Art Zwischenzeit. Nur wenige Tage, dann geht der Rummel auf der Baustelle richtig los – mit dem Bau der Fundamente startet der Hochbau und ab dann wird's recht lebendig. Und das braucht's auch, soll das Richtfest noch in diesem Jahr gefeiert werden.

7 Von Ost nach West

Das Areal für die neue Halle liegt landschaftlich reizvoll. Geografisch hat es indes einen Nachtteil: Es ist abschüssig…

Foto: Dirk Werner für econo

Es gleicht einer unendlichen Karawane: Fuhre für Fuhre rollen die Muldenkipper von früh bis spät über den Baugrund, bringen den steinigen Untergrund vom östlichen Teil zum westlichen. Denn während auf der einen Seite mehrere Meter zu viel an Erdreich liegt, ist es auf der anderen zu wenig.

Mit Bagger und Bulldozer wird das deshalb nachhaltige geändert. Noch 4000 Kubikmeter Untergrund müssen die Handwerker mit den Maschinen verschieben, bevor in einigen Tagen die im Branchenjargon "Cut & Fill" genannte Phase abgeschlossen sein soll. Dann geht es mit den Fundamenten und der Entwässerung weiter.

8 Mit schwerem Gerät geht's voran

Die Erdarbeiten für den IMS Gear-Neubau haben begonnen. Der Maschinenpark ist dabei überraschend klein

Foto: Dirk Werner für econo

Nur acht Arbeitstage, dann war die erste Aufgabe abgehakt: Mit dem Abtragen des Oberbodens haben die Arbeiten für die neue Produktionshalle begonnen. Rund 8000 Kubikmeter Erde wurde dabei kurzerhand zur Seite geschafft – den Großteil der Arbeit erledigte dabei eine 50 Tonnen schwere Cat D9N, die pro Tag gut 1000 Kubikmeter beiseite schob. 2500 Kubikmeter Oberboden bleiben am Rand des Areals, um abschließend wieder eingebaut zu werden.

Den restlichen 5500 Kubikmeter haben sich eine Laderaupe und zwei Muldenkipper angenommen: In rund 380 einzelnen Ladungen wurde das Material abgefahren und unweit der Baustelle deponiert.

Parallel zum Abtransport des Oberbodens wurde mit der D9N bereits begonnen, den Unterboden zu bearbeiten. Immerhin müssen auf der Baustelle für die rund 15.000 Quadratmeter große Halle Geländehöhen von vier bis fünf Metern ausgeglichen werden.  

9 Der Spatenstich

Der Startschuss für den Neubau im Gewerbegebiet "Salzgrube" in Villingen-Schwenningen ist gefallen. Jetzt gilt es, Tempo zu machen.

Foto: IMS Gear

Den Startschuss für den Bau der neuen IMS Gear-Produktionsstätte in Villingen-Schwenningen gaben Repräsentanten des Bauherrn, der Stadtverwaltung und des Generalunternehmers Goldbeck mit einem symbolischen Spatenstich. Auf dem rund 37.000 Quadratmeter großen Areal im Gewerbegebiet "Salzgrube" entsteht ein neues Werk mit einer Gesamtgröße von rund 15.000 Quadratmetern und einer Produktionsfläche von rund 12.000 Quadratmetern.

Der Zeitplan, den IMS Gear dabei verfolgt, ist durchaus ehrgeizig: "Wir planen noch vor Jahresende mit dem Richtfest. Um diese Zeit soll auch bereits die Gebäudetechnik eingezogen werden, damit wir das neue Werk im Frühjahr mit Produktionsanlagen bestücken können", betonte IMS Gear-Vorstand Dieter Lebzelter. Bereits im Sommer nächsten Jahres, so Lebzelter, will IMS Gear die Produktion in seinem neuen Werk in Villingen-Schwenningen aufnehmen.

"Wir heißen IMS Gear herzlich in Villingen-Schwenningen willkommen. Diese größte industrielle Einzelansiedlung in der Geschichte des Oberzentrums dokumentiert eindrucksvoll die Qualität und Stärke unseres Wirtschaftsstandortes", freute sich Villingen-Schwenningens OB Rupert Kubon (ein Standortporträt über die Doppelstadt finden Sie hier).

"Wir freuen uns sehr, dass IMS Gear uns die Rolle des Generalunternehmers übertragen hat", sagt Jörg Parschat, Leiter der Goldbeck-Niederlassung Bodensee. "Schon in der ersten Planungsphase hat sich gezeigt: Die Zusammenarbeit ist von einem partnerschaftlichen Miteinander geprägt." Positiv für die regionale Wirtschaft: "Der Großteil der Bauaufträge wird an Unternehmen aus dem Umland gehen."

Hintergrund für den Werksneubau von IMS Gear in Villingen-Schwenningen ist der Kapazitätsausbau in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Industrial Engineering (Anlagen-, Werkzeug- und Formenbau), den das Unternehmen derzeit vorantreibt. "Wir erweitern diese Kompetenzbereiche und konzentrieren sie in unserem Technikzentrum in Donaueschingen. Bislang noch dort untergebrachte Produktionsbereiche werden an den neuen Standort in Villingen-Schwenningen verlagert", erläutert IMS Gear-Vorstand Bernd Schilling. Geplant sei, zunächst rund 200 Mitarbeiter in dem neuen Werk einzusetzen.

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