Würth übernimmt Liqui Moly

Der bisherige Inhaber Ernst Prost hat seine Anteile verkauft. In offenen Worten erläutert er den Mitarbeitern, warum er sich jetzt "kein schönes Leben" machen wird

 
Foto: pr
 

Ulm. Es kommt einem Paukenschlag gleich: Nur wenige Tage, nach dem Liqui Moly für das ablaufende Jahr Rekordzahlen angekündigt hat, folgt die Nachricht über den Verkauf. Zum Jahresbeginn wird die Würth-Gruppe alleinige Eigentümerin des Schmierstoffherstellers. Zu den finanziellen Aspekten gab es wie üblich keine Angaben, zudem müssen die Wettbewerbsbehörden noch zustimmen.

In einer offenen Rundmail hat der bisherige Eigentümer Ernst Prost die Mitarbeiter in offenen Worten über den Schritt informiert, den er "seine wichtigste Entscheidung in meinem Leben" nennt – wobei ihm "diese Entscheidung auch nicht schwer gefallen" sei: "Ganz im Gegenteil!". Gleich zu Beginn betont er: "Heute ist ein guter Tag." Denn durch den Verkauf sei das Unternehmen in seinem Fortbestand gesichert, ebenso blieben alle Arbeitsplätze erhalten und Zusammenlegungen seien ebenfalls nicht geplant.

In dem Schreiben macht Prost eine deutliche Ansage, warum er sich zu dem Schritt entschlossen habe: "'Damit der Firma nichts passiert, wenn mir was passiert', das war immer mein Leitgedanke – entstanden aus der Angst, dass mein Lebenswerk kaputt geht und Sie um Ihre Arbeitsplätze fürchten müssen. Die Angst ist seit gestern (mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags, A.d.R.) verschwunden" Zudem sei Würth "kein seelenloser Konzern" und ohnehin bei Liqui Moly kein Unbekannter: "Eine stille Beteiligung habe ich den Jungs schon vor 20 Jahren eingeräumt."

Der bisherige Inhaber ist sicher: "Da gibt es keine Überraschungen meine Lieben! Ich will auch nicht zu arbeiten aufhören und mir jetzt 'ein schönes Leben' mit dem Geld machen. Ich will und werde mit Ihnen weiterarbeiten, so wie die letzten 27 Jahre auch!"

Konkret bedeutet das: Prost (60) bleibt Geschäftsführer bei Liqui Moly und der langjährige Vertriebsleiter Günter Hiermaier (52) wird zum 1. März 2018 zum zweiten Geschäftsführer berufen.

Liqui Moly wurde 1957 gegründet und bietet heute nach eigener Aussage ein einzigartig breites Sortiment an Automotiv-Chemie vom Motorenöl bis zum Dichtstoff. Das Unternehmen setzte im vergangenen Jahr rund 486 Millionen Euro um. Die Würth-Gruppe beschäftigt rund 70.000 Mitarbeiter und setzt rund 12,5 Milliarden Euro um.

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