Mit dem Multi in die Zukunft

Die Aufzugssparte von Thyssen-Krupp hat im Testturm in Rottweil die Weltpremiere für ein neues Aufzugssystem gefeiert: Es braucht keine Seile mehr. Daneben wurde auch gleich der erste Kunde präsentiert.

 
Foto: Dirk Werner
 

Rottweil. Lange wurde über das "Multi"-System spekuliert, Thyssen-Krupp machte immer mal wieder Andeutungen – nun wurde das neue System erstmals  öffentlich vorgestellt: Die Kabinen bewegen sich seillos in den Schächten rauf, runter und auch seitwärts. Der Konzern umschreibt es als eine Art U-Bahn in Gebäuden. "Der Multi wird die Art und Weise, wie sich Menschen in ihrer gebauten Umwelt bewegen, wie sie leben und arbeiten, fundamental verändern", so der Thyssen-Krupp-Elevator-CEO Andreas Schierenbeck.

Mit dem neuen System können die Transportkapazitäten nach Angaben des Hersteller um bis zu 50 Prozent steigen, der Energieverbrauch um bis zu 60 Prozent sinken und die nutzbare Fläche in Gebäuden erhöht sich um bis zu 25 Prozent. Kein Wunder, dass Projektentwickler den Anstoß zur Entwicklung gaben. Die neue Technik sollen dem Vernehmen auf der Transrapid-Technologie fußen, die der Konzern mit entwickelt hat.

Auch der Kunde kommt deshalb aus dem Immobilien-Umfeld: Die OVG Real Estate wird im neuen East Side Tower in Berlin das System erstmals im realen Umfeld zu Einsatz bringen.

Die erste Fahrt des Multi-Systems fand im Forschungs- und Entwicklungszentrum, kurz Testturm, in Rottweil statt. In dem neuen 246 Meter hohe Turm werden unter anderem Hochgeschwindigkeitsaufzüge getestet und optimiert. Die Kabinen sausen dabei mit bis zu 18 Metern pro Sekunde durch die Schächte. Ab dem Herbst soll zudem die höchste Besucherplattform in Deutschland auf dem Turm eröffnen.

Übrigens: Mehr über das Turm-Projekt finden Sie hier im Bereich der Dossiers auf econo.de.

Teilen auf

Das könnte Sie auch interessieren