Franke zieht die Reißleine

Der Küchenhersteller wollte am Standort Bad Säckingen ein großes Logistikzentrum bauen – das Projekt ist nun begraben. Der Grund ist einleuchtend

 
Foto: PR/Franke (Visualisierung)
 

Bad Säckingen. Eigentlich war das Aus absehbar: Bereits im vergangenen September legte der Gastrospezialist Franke das Projekt offiziell auf Eis – nach dem der Spatenstich bereits ein Jahr her und kein Bagger angerollt war. Eigentlich wollte die Gruppe 25 Millionen Euro am Standort das europäische Logistikzentrum für die Division Franke Kitchen System errichten. Das Aus bestätigte ein Franke-Sprecher der Tageszeitung "Südkurier".

Der Stopp der Investition ist indes gut erklärbar: Aktuell läuft demnach ein auf zwei bis drei Jahre angelegter Strategieprozess für die Division. Der Projekt-Name: "Horizon". Damit solle laut dem Sprecher die Tochter wieder auf einen "nachhaltigen Wachstumspfad" zurückkehren. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Während des Verfahrens kommen die Abläufe ebenso auf den Prüfstand wie die Produktpalette. An einen Abbau der Arbeitsplätze ist demnach aber nicht gedacht. 

Da aber der Ausgang von "Horizon" offen ist, will Franke jetzt kein Logistikzentrum aufbauen, das am Ende eventuell gar nicht gebraucht wird. Eigentlich ein logischer Vorgang.

Die Franke-Gruppe geht auf eine 1911 in Rorschach gegründete Spenglerei zurück. Heute ist die Gruppe einer der führenden Anbieter von Produkten für Haushalts- und Großküchen sowie den Hygienebereich. Zu den Produkten zählen Spülen und Armaturen ebenso wie Öfen und Kaffeemaschinen. Franke setzte im Jahr 2017 rund 2,1 Milliarden Schweizer Franken und und beschäftigt gut 8900 Mitarbeiter. In den vergangenen Jahren wurden allein in den Standort Bad Säckingen bereits 24 Millionen Euro investiert, unter anderem in ein Logistikzentrum und ein Bürogebäude.

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