Ekotechnika: Euphorie nur von kurzer Dauer

Der Landmaschinenhersteller geht davon aus, dass er die starken Zahlen nicht wiederholen wird

 
 

Walldorf. In Walldorf sitzt der größte Händler internationaler Landmaschinen für den russischen Markt: Ekotechnika. Vor gut drei Jahren rutschte das Unternehmen durch die Krim-Krise wirtschaftlich an den Rand des Abgrunds. Nun scheint es sich gefangen zu haben.

Das Geschäftsjahr endet bei Ekotechnika mit dem September. Nach der Besatzung der Krim durch Russland im März 2014 bracht das Geschäft ein. Im Folgejahr sank der Umsatz um mehr als 30 Prozent auf 109 Millionen Euro. Dazu kam ein dicker Verlust von 27 Millionen Euro.

Anfang 2016 löste Ekotechnika den Knoten durch einen sogenannten Debt-Equity-Swap. Dabei werden Gläubiger zu Gesellschaftern, aus Schulden werden Eigenkapital. Das spülte rund 60 Millionen Euro in die Kasse und hat das Unternehmen saniert.

Nun legt Ekotechnika Zahlen für das Jahr 2016/17 vor. Demnach steigt der Umsatz um mehr als ein Viertel auf 148,1 Millionen Euro. Das ist deutlich mehr als zuletzt erwartet worden war. Auch der Vorsteuergewinn (Ebit) liegt mit 11,6 Millionen Euro über der letzten Prognose von maximal sieben Millionen. Sogar bei den vorläufigen Zahlen, die der Konzern im November veröffentlicht hatte, war man noch von höchsten zehn Millionen Euro ausgegangen.

Grund sei die gestiegene Nachfrage nach importierter Landtechnik in Russland. Ekotechnika hat demnach Bestellungen für 252 Traktoren und 57 Mähdrescher registriert. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 520 Mitarbeiter und ist in Russland an zwölf Standorten vertreten. Die Holding sitzt jedoch im nordbadischen Walldorf. Zudem ist Ekotechnika in Deutschland an der Börse gelistet.

In Walldorf geht man aber nicht davon aus, dass es in diesem Tempo weitergeht. Das laufende Geschäftsjahr werde wieder deutlich schwächer, so die Prognose. Man erwarte einen Umsatz von maximal 126 Millionen Euro – das wäre ein Rückgang um 15 Prozent.








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