EGT: Ein Leuchtturm für den Schwarzwald

Der Energieversorger EGT investiert in einen Neubau. Das Gebäude steht für den radikalen Umbau, den Vorstandschef Rudolf Kastner seit Jahren vorantreibt.

 
Foto: PR (Illustration)
 

Triberg. Schon in den ersten Gesprächen mit dem Architekten hat Kastner klar gemacht: "Der Bau muss architektonisch wegweisend werden." Nicht nur, weil das Objekt auf einem bestens einsehbaren Areal zwischen Bundesstraße und Bahnhof in St. Georgen im Schwarzwald entstehen soll. Vier Millionen Euro werden in das Gebäude fließen, das aufgrund seiner runden Form aufsehen erregen wird und die Stromtankstellen für E-Fahrzeuge vor dem Eingang sehr prominent präsentiert.

Doch für EGT-Vorstandschef Kastner steht der Neubau noch für etwas anderes: Die 1896 in Triberg gegründete AG hat geschafft, woran andere Energieunternehmen noch knabbern. "Wir hatten einiges aufzuarbeiten und mussten Hausaufgaben machen", so Kastner. Er spricht auf die Krise 2008/2009 an sowie die Folgen der Energiewende.

Dazu muss man wissen: Die EGT zählt nicht nur zu den Pionieren der Energieversorgung im Schwarzwald. Sehr geschickt nutzte Kastner auch die Liberalisierung der Energiemärkte. Die Triberger waren vor der Krise bundesweit im Energievertrieb unterwegs, peilten zwischenzeitlich Umsätze von 600 Millionen Euro an. 

Diese Aufbruchstimmung ist längst verfolgen – nicht nur in Triberg, sondern branchenweit. Kastner: "Bis 2015 haben wir unser Portfolio bereinigt", nun steht die Gesellschaft finanziell "wieder gut im Futter". Der Umsatz ist 2016 erneut gesunken, nun ist die Marke von 100 Millionen erreicht. Anders als Wettbewerber schreibt man aber positive Zahlen. Das EBITDA liegt bei 7,2 Millionen Euro.

Der Grund für die positive Entwicklung: Kastner hat frühzeitig auf lukrative Töchter gesetzt. So gibt es mit Aquavilla einen Dienstleister, der unter anderem die Trinkwasser-Versorgung für Gemeinden und Einzelhöfe in ganz Südbaden übernimmt. Wichtiger noch: Die Gebäudetechnik mit rund 90 Mitarbeitern setzt millionenschwere Großprojekte vom Einkaufsmarkt bis zum Spaßbad zwischen dem Bodensee und Frankfurt um. Kastner: "Der Bereich trägt mehr als 50 Prozent zum Ergebnis bei." Diese beiden wachsenden Ableger werden auch den Neubau in St. Georgen belegen.

Daneben legt Kastner aktuell eine weiteres Unternehmen auf. Die NRG Saver ist ein Beratungsunternehmen für Projekte rund um die dezentrale Energieversorgung. "Es mangelt an unabhängigen Beratern, die sich mit dem komplexen, aber immer stärker gefragten Thema auskennen", begründet er den Schritt, ein Start-up zu gründen – dessen Sitz aus Gründen der Mitarbeitergewinnung in Frankfurt angesiedelt ist.

Überhaupt hat Kastner die Start-up-Szene rund um die Energietechnik sehr genau im Blick. Denn noch ist die EGT dem bundesweiten Energiehandel treu, aber: "In fünf bis zehn Jahren bestimmen Algorithmen den Handel", so Kastner. Er will für diese neuerliche Herausforderung entsprechend gewappnet sein.

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